Allianz MTV Stuttgart Ein Sieg der Emotionen

Ausgelassene Freude: Die überragende Krystal Rivers (Nummer 13) jubelt mit  ihren Teamkolleginnen nach dem Coup  gegen den Dresdner SC. Foto: dpa/Marijan Murat
Ausgelassene Freude: Die überragende Krystal Rivers (Nummer 13) jubelt mit ihren Teamkolleginnen nach dem Coup gegen den Dresdner SC. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Stuttgarter Volleyballerinnen holen einen 0:2-Rückstand auf und bezwingen in einem Krimi den Dresdner SC noch mit 3:2. Am Samstag kann das Team von Trainer Tore Aleksandersen den Meistertitel perfekt machen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Mit einem langen Schrei sind die Ersatzspielerinnen auf das Spielfeld gestürmt. Der Cheftrainer Tore Aleksandersen riss die Arme nach oben und sackte dann entkräftet zusammen. Und die Sportchefin Kim Renkema hatte Tränen in den Augen: Die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart haben nicht nur den zweiten Sieg in der Finalserie gefeiert, sondern auch den emotionalen Höhepunkt der Saison erlebt. Am Mittwochabend machten die Stuttgarterinnen einen Zwei-Sätze-Rückstand wett und bezwangen den Dresdner SC noch mit 3:2 (23:25, 23:25, 26:24, 25:21, 15:13).

„Das ist einfach unglaublich, was die Spielerinnen geleistet haben“, sagte Tore Aleksandersen, „Sie waren am Boden und sind wieder aufgestanden und haben das emotionale Level gezeigt, das wir brauchen.“ Am Samstag (16.30 Uhr/Sport1) kann der MTV mit einem weiteren Auswärtssieg in der Dresdner Margon-Arena den zweiten Meistertitel perfekt machen.

Fehlendes Timing

Dabei sah es zwei Sätze lang überhaupt nicht nach der perfekten Ausgangsposition aus. Zunächst war es wie ein Rollentausch, den die Mannschaften von Allianz MTV Stuttgart und des Dresdner SC in der Scharrena zeigten. Im Vergleich zum ersten Duell am vergangenen Samstag, das der MTV klar mit 3:0 für sich entschieden hatte, waren es nun die Dresdnerinnen, die das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Und die Gastgeberinnen? Die ließen sich – wie der DSC zuletzt – in die Passivität und so zu Fehlern zwingen. „Dresden hat gezeigt, dass sie ein Topteam sind. Wir hatten Probleme in der Annahme, dadurch hat das Zuspiel auch nicht funktioniert“, sagte Kim Renkema. Damit fehlte auch dem Mittelblock mit Mira Todorova und Jenna Rosenthal das Timing. Doch schon in den beiden verlorenen Sätzen zeigte der MTV, dass er sich nicht – wie zuvor in einigen Partien in dieser Saison – kampflos ergeben wollte. „Wir waren trotz der Rückstände dran und hatten Chancen“, sagte MTV-Geschäftsführer Aurel Irion.

Überragende Krystal Rivers

Statt spielerisch zu glänzen, schalteten die Gastgeberinnen nach dem doppelten Satzrückstand in den Kampfmodus – und das nicht nur auf dem Spielfeld. Die Auswechselspielerinnen feuerten ab dem dritten Durchgang ihre Teamkameradinnen im Dauermodus an und übernahmen die Rolle der fehlenden Zuschauer. „Wir haben von außen alles rausgebrüllt, was wir konnten“, sagte Aurel Irion. Und die Spielerinnen ließen sich von den Emotionen von draußen anstecken. Angeführt von einer überragenden Krystal Rivers, die mit 38 Punkten beste Angreiferin war, holten die Stuttgarterinnen den Rückstand auf und ließen sich auch im Tie-Break nicht mehr aufhalten. Mit dem verwandelten Matchball nach rund zweieinhalb Stunden brachen dann alle Dämme. „Das war der gefühlstechnische Höhepunkt einer schwierigen Saison. Da musste sehr viel raus“, sagte Aurel Irion. Und auch Tore Aleksandersen konnte seine Rolle als mahnender Bremser nur bedingt durchhalten. „Es ist natürlich noch nichts entschieden. Am Samstag wartet schon wieder eine schwierige Aufgabe“, sagte der Norweger, fügte dann aber noch hinzu: „Für Dresden ist es jetzt bestimmt nicht einfach, drei Spiele in Serie zu gewinnen.“

Unsere Empfehlung für Sie