Allianz MTV Stuttgart Wie dem MTV ein perfekter Start in die Finalserie gelang

Nach dem Sieg im ersten Finalduell feiern Stuttgarts Volleyballerinnen mit den Fans. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Im vergangenen Jahr haben die Volleyballerinnen den Start in die Finalserie um die deutsche Meisterschaft verpatzt. Warum diesmal alles anders gelaufen ist. Und was die Beteiligten dazu sagen.

Auch wer große Ziele erreichen will, muss mit dem ersten Schritt beginnen. Wie schwer dieser sein kann, erfuhren die Stuttgarter Volleyballerinnen vor einem Jahr, als sie mit einer desaströsen 0:3-Heimniederlage gegen den SC Potsdam in die Finalserie starteten. Diesmal? War alles anders! Die euphorisierten Fans feierten ihr Team nach dem 3:1 (25:21, 25:22, 17:25, 25:19)-Erfolg am Dienstagabend in Spiel eins, als hätte es soeben erneut die Meisterschale gewonnen. Soweit ist es zwar noch lange nicht, das klare Ergebnis und der starke Auftritt aber geben dem Titelverteidiger viel Selbstvertrauen. Davon geht auch Kim Renkema aus. „Es war unser bestes Spiel in den Play-offs“, sagte die Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart zum perfekten Auftakt, „wir haben vorher viel an Aufschlag und Annahme gearbeitet. Das hat sich gelohnt.“

 

Tore Aleksandersen, der schwer an Krebs erkrankte Cheftrainer, überließ das Coaching an der Seitenlinie erneut seinem Co-Trainer Faruk Feray. Der Norweger verfolgte die ersten drei Sätze hinter der Bande – und griff dann doch ein. Weil er um die Wichtigkeit der Situation wusste. In der kurzen Pause zwischen dem dritten und vierten Durchgang machte er sich zu seiner Mannschaft auf, übernahm kurz das Kommando. Und trotzdem wäre die Partie beinahe gekippt.

Kim Renkema warnt vor zu großer Euphorie

Die Potsdamerinnen, die den dritten Satz klar für sich entschieden hatten, gingen mit 6:3 in Führung und wähnten sich auf dem Weg in Tie-Break. Doch dann spielten die Stuttgarterinnen ein paar überragende Minuten. Marie Schölzel legte mit Unterstützung ihrer Kolleginnen und des restlos begeisterten Publikums eine Aufschlagserie hin, das MTV-Team machte sieben Punkte nacheinander und setzte sich anschließend auf 14:8 ab. Diesen Vorsprung brachten die Gastgeberinnen nach Hause. Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit. Aber auch ein bisschen Realismus. „Der Sieg im ersten Spiel bedeutet nicht viel“, sagte Kim Renkema, „wir haben in Finalserien schon alles erlebt.“

Trotzdem war die Freude über Sieg Nummer eins natürlich riesig – weil die Stuttgarterinnen gezeigt haben, dass sie voll da sind, wenn es zählt. Nach den vier Siegen im Play-off-Viertelfinale gegen die Roten Raben Vilsbiburg und im Halbfinale gegen den Dresdner SC hatten die Verantwortlichen noch eine Leistungssteigerung ihres Teams gefordert – und die Spielerinnen lieferten. Allen voran Krystal Rivers und Simone Lee, die mit großer Schlagkraft überzeugten. „Wir hatten richtig gute Aggressivität im Angriff“, lobte Faruk Feray. Zudem hielt Libera Roosa Koskelo Annahme und Abwehr zusammen, und Britt Bongaerts entschied das Duell der niederländischen Top-Zuspielerinnen gegen Sarah van Aalen klar für sich.

Am Samstag Spiel zwei in Potsdam

Das zweite Duell der Serie findet an diesem Samstag (17 Uhr) in Potsdam statt. Der Druck liegt nun beim SCP. „Die Stuttgarterinnen haben uns mit ihrer Aufschlagstärke überrascht“, sagte Gäste-Trainer Guillermo Narnanjo Hernández, „es ist schwierig, gegen einen physisch so starken Gegner zu spielen. Die Stuttgarterinnen waren in Topform. Im dritten Satz haben wir sie kurzzeitig stoppen können, doch wenn sie diese Form weiterhin zeigen, wird es enorm schwer für uns, sie zu schlagen.“

Und trotzdem gilt: Gewonnen ist noch nichts.

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