Altersarmut in Stuttgart Ein Fingerzeig der Diakonie

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Seit Jahren steigt die Altersarmut unter Rentner. Und das Problem wächst. Deshalb ist es gut, dass die Diakonie Württemberg dies mal wieder zum Thema macht, findet Mathias Bury.

Einer wachenden Zahl alter Menschen reicht ihre Rente nicht zum Leben. Foto: dpa-Zentralbild
Einer wachenden Zahl alter Menschen reicht ihre Rente nicht zum Leben. Foto: dpa-Zentralbild

Stuttgart - Schon seit etlichen Jahren steigt die Zahl der Menschen, denen die Rente zum Leben nicht mehr reicht und die deshalb Alterssicherung beantragen müssen. Wenn sie es denn auch tun und es nicht aus Scham zum eigenen Nachteil unterlassen.

Vielfältige Gründe

Die Gründe für diese unerfreuliche Entwicklung sind vielfältig. So nimmt die absolute Zahl der Betroffenen schon aufgrund der demografischen Entwicklung zu, der Anteil der Älteren in der Gesellschaft wächst. Und auch jene Generation, die sich noch ganz selbstverständlich für das traditionelle Familienmodell entschieden hatte, blieb von Trennungen und Scheidungen nicht verschont. Bis heute sind auch berufstätige Frauen wegen längerer Familienphasen in der Altersversorgung benachteiligt. Dazu kommt der hohe Anteil prekärer Beschäftigung in der Wirtschaft . Das alles wird auch nicht besser werden. Man denke nur an die beträchtliche Zahl alleinerziehender Mütter und von Migranten, deren Arbeitsleben von Anfang an nicht geradlinig verläuft.

Frühzeitig handeln

Dass die Diakonie Württemberg Öffentlichkeit und Politik daran mal wieder erinnert, ist nur zu verständlich. Wer heute zu wenig gegen diese Entwicklung tut, muss morgen umso mehr dafür bezahlen. Das gilt im ganz persönlichen Sinne für die Betroffenen solcher Versäumnisse.

mathias.bury@stzn.de

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