Altlasten in Fellbach Gering verseuchtes geplantes Baugebiet

Von  

Das Waiblinger Landratsamt schickt einen Gutachter zu einem Fellbacher Grundstück, das in der Ringstraße neben einer ehemaligen Wäscherei liegt. Manche Bürger erinnern sich mit Sorge an den Skandal ums Büsing-Gelände Schmiden.

Das neue Bauvorhaben nahe des Fellbacher Bahnhofs ist  links neben dem roten Gebäude Ringstraße 6, zu dem früher die Ring-Wäscherei gehörte. Foto: Dirk Herrmann
Das neue Bauvorhaben nahe des Fellbacher Bahnhofs ist links neben dem roten Gebäude Ringstraße 6, zu dem früher die Ring-Wäscherei gehörte. Foto: Dirk Herrmann

Fellbach - Mit hochgezogenen Augenbrauen verfolgen in diesen Wochen manche Bürger die Planung für ein Wohnungsbauvorhaben in der Ringstraße 8 in Fellbach. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft war einst eine Wäscherei mit verseuchtem Boden angesiedelt. Solche Betriebe arbeiten mit Chlorkohlenwasserstoffen (CKW) als Reinigungsmittel und hinterlassen fast regelmäßig eine Kontamination mit Stoffen wie Perchlorethylen im Boden.

Das Büsing-Gelände in Schmiden sorgte bis in die Zehner-Jahre unseres Jahrhunderts für einen Skandal um solche Verunreinigungen und deren Beseitigung

Neuerdings ist, wie kürzlich im Gemeinderat vorgestellt, ein größeres Wohnbauprojekt genau neben dem ehemaligen Gelände der Ring-Wäscherei, die in der Ringstraße 6 angesiedelt war, vorgesehen. Auf deren Gelände wurde, so berichtet Landratsamtssprecherin Martina Keck, in den 80er und 90er Jahren ein CKW-Schaden nachgewiesen. Um die Schadstoffe zu entfernen, wurde über einen langen Zeitraum die Bodenluft abgesaugt und das Grundwasser abgepumpt, alles unter Begleitung eines Gutachters.

Ein Gutachten für das Bauvorhaben auf dem benachbarten Grundstück Ringstraße 8 habe im angrenzenden Bereich an das Grundstück Ringstraße 6 zwar erhöhte Konzentrationen in der Bodenluft aber keine Belastung in den untersuchten Bodenproben festgestellt, sagt die Sprecherin des Waiblinger Landratsamts. Die zuletzt gemessene Bodenluft-Konzentration liege weit unter dem Sanierungszielwert, der für das ehemalige Büsing-Areal in Schmiden festgelegt worden ist. „Somit sind die beiden Fälle Büsing und Ring-Wäscherei nicht vergleichbar“, sagt Martina Keck.

Bis 1973 war auf dem Büsing-Gelände eine chemische Reinigung und Färberei betrieben worden

Das Büsing-Gelände in Schmiden sorgte bis in die Zehner-Jahre unseres Jahrhunderts für einen Skandal um solche Verunreinigungen und deren Beseitigung. Das Gelände am Hornbergweg ist Ende der 70er-Jahre bebaut und die Wohnungen sind an ahnungslose Bürger verkauft worden. Da die verursachende Firma nicht mehr bestand, wurden später die Wohnungskäufer bis ins Jahr 2015 an den Sanierungskosten beteiligt. Auf Steuerzahlers alleinige Kosten hat das Rems-Murr-Landratsamt dort noch länger den Boden saniert.

Bis 1973 war auf dem Büsing-Gelände eine chemische Reinigung und Färberei betrieben worden, die dem Areal auch den Namen gab. Damals ist der Untergrund unbemerkt durch die Behörden mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) verseucht worden. Als Ende der 1970er Jahre an dieser Stelle Wohnungen entstanden, hatten die zuständigen Ämter noch keine Bedenken wegen Altlasten gehabt. Erst 1991 verlangten sie von Wohnungseigentümern auf deren Kosten Erkundungsbohrungen und Sanierungsmaßnahmen, was insgesamt fast eine Million Euro verschlungen hat.

Eine solche Fehlentwicklung soll in der Ringstraße vermieden werden. Wie die Landkreis-Sprecherin Martina Keck berichtet, ist das Umweltschutzamt des Landratsamts Waiblingen mit dem Bauherrn und der Stadt Fellbach im Austausch, „um das Bauvorhaben eng zu begleiten“. So kündigt sie an, dass nach dem Abriss der Altbauten auf dem Gelände noch einmal Bodenproben entnommen und analysiert werden.




Veranstaltungen

Unsere Empfehlung für Sie