Amazonas-Synode im Vatikan Indigene Statuen in den Tiber geworfen

Von red/AP 

Diebe haben aus einer Kirche in der Nähe des Vatikans indigene Fruchtbarkeitsstatuen gestohlen und in den Tiber geworfen. Ein Video des Diebstahls wurde in konservativen sozialen Medien geteilt und bejubelt.

Papst Franziskus  hat die Amazonas-Synode im Vatikan einberufen. Foto: AFP/ANDREAS SOLARO
Papst Franziskus hat die Amazonas-Synode im Vatikan einberufen. Foto: AFP/ANDREAS SOLARO

Rom - Diebe haben aus einer Kirche in der Nähe des Vatikans indigene Fruchtbarkeitsstatuen gestohlen, die dort während der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode ausgestellt wurden. Sie wurden in den Tiber geworfen. Vatikansprecher Paolo Ruffini sagte am Montag, diese Tat verletze die Idee des Dialogs. Ein Video des Diebstahls in der Kirche Santa Maria in Traspontina wurde in konservativen sozialen Medien geteilt und bejubelt.

Die Statuen stellen nackte schwangere Frauen dar - „Pachamama“ - und symbolisieren nach Angaben des Vatikans das Leben und die Fruchtbarkeit. Katholische Traditionalisten haben sie als heidnische Götzenbilder abgelehnt. Sie haben die dreiwöchige, am kommenden Sonntag endende Amazonas-Synode wegen des von Franziskus gezeigten Respekts vor indigenen und spirituellen Kulturen als ketzerische Feier von Heidentum kritisiert. Die Entrüstung erreichte einen Höhepunkt, als Franziskus am 6. Oktober an einem Gebetsgottesdienst in den Vatikanischen Gärten teilnahm, bei dem die Statuen gezeigt wurden.

Täter ist noch nicht bekannt

Die Urheber der Tat gaben sich zunächst nicht zu erkennen. Der konservative US-Theologe Taylor Marshall verbreitete das Video, das den Diebstahl zeigte, und schrieb dazu auf Twitter: „Ich gebe euch mit großer Freude bekannt: Die Pachamama-Idole, die die Kirche Santa Maria in Traspontina beschmutzten, sind in den Tiber geworfen worden als ein Akt des Gehorsams gegenüber unserem Herrn und Heiland Jesus Christus und in Wiedergutmachung seines durch Sünde verwundeten Heiligen Herzens.“

Aufgebracht sind Traditionalisten vor allem wegen auf der Synode diskutierten Vorschlägen, verheiratete Männer im Amazonas als ordinierte Priester und Frauen als Diakoninnen zuzulassen. Konservative sehen darin den Versuch, die jahrhundertealte Tradition des Zölibats aufzuweichen.