American Football Die Warriors laufen dem Abstieg davon

Von red 

Nach der 14:20-Niederlage im Relegationshinspiel setzen sich die Fellbacher um ihren hellwachen Defensivexperten Leo Claußnitzer im Rückspiel gegen die Heidelberg Hunters mit 17:6 durch und dürfen so für eine weitere Saison in der Oberliga planen.

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Fellbach - Das American-Football-Team des SV Fellbach hat doch noch den Abstieg aus der Oberliga vermeiden können. Nach einer 14:20-Niederlage im Relegationshinspiel am 8. September setzten sich die Fellbach Warriors im Rückspiel am Samstagabend vor den rund 750 Zuschauern im Max-Graser-Stadion mit 17:6 gegen die Heidelberg Hunters durch. Damit hat die Mannschaft um den Cheftrainer Steffen Behrens ihren Platz in der Oberliga gegen den Landesliga-Zweiten aus Heidelberg verteidigt.

Die Aufgabe beim Wiedersehen mit den Heidelberg Hunters war knifflig für die Fellbacher: Aufgrund der 14:20-Hinspielniederlage musste der Oberliga-Vorletzte zumindest mit sieben Punkten Unterschied gewinnen, um den Herausforderer zu stoppen. Die Fans hatten eigens ein Banner angefertigt und auf der Haupttribüne des Max-Graser-Stadion präsentiert. Darauf stand das Motto des Tages bei dieser entscheidenden Begegnung: „Landesliga ohne uns.“ Entsprechend motiviert begannen die Gastgeber. Philipp Arndt gelang ein Feldtor, Dennis Bayer stellte mit einem Touchdown die 10:0-Führung der Fellbacher zur Pause her.

„Was die Fans hier abgerissen haben, war phänomenal.“

„In der ersten Hälfte hatten wir das Spiel zu 100 Prozent unter Kontrolle“, sagte Steffen Behrens. „Einzig die Abstimmung in der Offensive hat noch etwas gefehlt, um mehr Punkte zu erzielen.“ Nach der Halbzeit dann aber der frühe Schock für die Fellbach Warriors: Nach einem abgefangenen Pass des Spielmachers Philipp Eberhardt trugen die Heidelberg Hunters das Spielgerät bis kurz vor die Fellbacher Endzone und münzten die Aktion anschließend in einen Touchdown um. Der Gastgeber führte bloß noch mit 10:6, das war nicht mehr genug für den Verbleib in der Oberliga. „Der Start nach der Pause war eher suboptimal, wir haben einem angeschlagenen Gegner wieder Hoffnung gegeben“, sagte der 26-Jährige Cheftrainer des Teams.

Dennis Bayer erzielt den ersten Touchdown. Foto: Martin Neubauer

Aber die im Hinspiel noch schwächelnde Defensive der Fellbacher machte mit der lautstarken Unterstützung der Zuschauer auf der Tribüne den Unterschied. „Was die Fans hier abgerissen haben, war phänomenal. Es hat sich angefühlt wie in einem Hexenkessel unter Flutlicht. Teilweise habe ich mein eigenes Wort nicht verstanden und musste trotzdem versuchen, mit den Spielern zu kommunizieren“, sagte Steffen Behrens. Diese Lautstärke beeinträchtigte vielleicht ja auch die Konzentration der Heidelberger Offensive. Leo Claußnitzer nutzte einen Fehler: Er griff sich das Leder und lief mit ihm spielentscheidend in die Heidelberger Endzone.

„Wir lagen uns einfach alle in den Armen.“

Nach dem 17:6-Erfolg gab es kein Halten mehr. „Um ehrlich zu sein, weiß ich gerade gar nicht mehr, was mir beim Abpfiff durch den Kopf ging und wo ich war. Wir lagen uns einfach alle in den Armen, und es ist so viel Ballast von uns abgefallen“, sagte Steffen Behrens, der die Warriors erst zu Beginn der Saison interimsweise als Cheftrainer übernommen hatte. „Mit der Meisterschaft in der vergangenen Saison ist das natürlich nicht zu vergleichen, aber die Emotionen war schon sehr ähnlich. Doch so ein Finale bis zur letzten Sekunde brauchen wir nicht jede Saison“, sagte der 26-Jährige und verabschiedete sich mit den Fellbach Warriors in die verspätete Sommerpause. Mitte Oktober soll die Vorbereitung auf die neue Saison beginnen. Auf die neue Oberliga-Saison.