Wegen einer Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten müssen sich seit Mittwoch sechs junge Männer aus Esslingen und dem Rems-Murr-Kreis vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Angeklagt sind sie unter anderem wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Der Staatsanwalt wirft den Männern, die zwischen 23 und 37 Jahre alt sind, vor, 2021 die Gäste eines Lokals in der Mettinger Straße in Esslingen attackiert zu haben. Der Anklage zufolge soll es in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober gegen 2.30 Uhr beim Hinausgehen Streit zwischen einer Gästegruppe und Mitarbeitern des Lokals gegeben haben, der draußen fortgesetzt wurde. Dem Staatsanwalt zufolge soll dabei auch der Satz „Jetzt kommen die Red Legion“ gefallen sein.
Schließlich sei ein Wagen vorgefahren, aus dem Männer ausgestiegen seien und die Besucher mit Teleskop-Schlagstöcken und Messern angegriffen hätten. Vier Gäste erlitten Schnittverletzungen und Platzwunden. Die Polizei hatte damals mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber nach den Angreifern gesucht, die in die nahe gelegenen Weinberge geflüchtet waren. Zwei Verdächtige wurden vor dem Lokal vorläufig festgenommen. Red Legion ist der Name einer rockerähnlichen Gang, die in Baden-Württemberg seit 2013 verboten ist.
Offenbar kein Bezug zum Bandenkrieg in der Region
Genau zu rekonstruieren, was sich in der Tatnacht vor über zwei Jahren im Esslinger Hengstenberg-Areal abgespielt hat, dürfte einigermaßen schwierig werden. Alle sechs Angeklagten haben zu Prozessauftakt geschwiegen. Zwei der Angeklagten, der eine ist Jahrgang 2000, der andere 2001 geboren, befinden sich derzeit in Haft – nach Angaben eines Prozessbeteiligten allerdings wegen anderer Taten. Auch stehe der tätliche Angriff nicht im Zusammenhang mit der Rivalität zweier multiethnischer Gruppierungen, die die Region seit geraumer Zeit in Atem hält. Der Prozess wird fortgesetzt.