Antisemitismus Viele Juden im Südwesten sorgen sich um ihre Sicherheit

Rami Suliman (links) von der Israelitischen Religionsgemeinschaft und Innenminister Thomas Strobl. Foto: dpa
Rami Suliman (links) von der Israelitischen Religionsgemeinschaft und Innenminister Thomas Strobl. Foto: dpa

Jüdische Schüler, die Angst haben, den Religionsunterricht zu besuchen, weil sie erkannt werden könnten – Antisemitismus ist offenbar auch in Baden-Württemberg trauriger Alltag geworden.

Stuttgart - Viele Juden in Baden-Württemberg sorgen sich nach Angaben des Antisemitismusbeauftragten Michael Blume um ihre Sicherheit. Er beobachte eine große Verunsicherung unter den Menschen, gerade auch unter jüdischen Schülern, sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Württembergs, Barbara Traub, hatte am Donnerstagabend gesagt: „Wir wissen von Schülern, die Angst haben, den jüdischen Religionsunterricht zu besuchen.“ Sie hätten Angst, sich als Juden zu erkennen zu geben. Innenminister Thomas Strobl hatte das IRGW-Gemeindezentrum am Donnerstagabend besucht.

Angst wegen Post mit dem Davidstern auf dem Kuvert

Es habe in den vergangenen Jahren einige Vorfälle gegeben, die die Gemeindemitglieder verunsichert hätten, sagte Traub. Der Vorsitzende der IRG Baden, Rami Suliman, berichtete von Mitgliedern, die keine Post mehr von der Gemeinde bekommen wollten mit einem Davidstern auf dem Kuvert. „Das Sicherheitsgefühl der Mitglieder ist nicht so gut.“

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