Anwohnerparken im Westen Der Westbahnhof wird zum Ersatzparkplatz

Von Kathrin Thimme und Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Erste Klagen aus den Nachbarbezirken werden laut. Seit der Einführung des Parkausweises im Stuttgarter Westen weichen Autofahrer aus.

Kein Campingplatz am Lago Maggiore, sondern das neue Ausweichquartier für Wohnmobile im Hinteren Vogelsang. Foto: Zweygarth
Kein Campingplatz am Lago Maggiore, sondern das neue Ausweichquartier für Wohnmobile im Hinteren Vogelsang. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Seit einer Woche gilt im Westen das Parkraummanagement. Seitdem dürfen Anwohner ihren Wagen nur noch mit einem Parkausweis (30,70 Euro Jahresgebühr) in einer der acht Zonen am Straßenrand abstellen. Besucher und Pendler brauchen einen Parkschein. "Das Bewohnerparken funktioniert", sagt Hermann Karpf, Referent von Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Tagsüber gebe es im Westen wieder mehr freie Parkplätze. Auch abends habe sich die Lage verbessert. "Es gibt viel weniger Falschparker auf Sperrflächen, in Kurven oder auf dem Gehweg." Aus den Randlagen der Stadtbezirke Mitte und Nord gebe es aber auch erste Beschwerden über zusätzlichen Parksuchverkehr. "Oberhalb der Russischen Kirche ist es knackevoll", so Karpf. "Aber wo die meisten der früher im Westen geparkten Fahrzeuge geblieben sind, weiß die Stadt auch noch nicht."

Karl-Heinz Knoll, Geschäftsführer der Firma Schrausi im Gewerbegebiet Hinterer Vogelsang beim Westbahnhof, hat darauf eine Antwort: "Bei uns parken bestimmt 70 Prozent mehr Autos, die hier nicht hingehören", so Knoll. Dass Wohn- oder Lastwagen in dem Gewerbegebiet abgestellt werden, ist dort nicht erst seit vergangener Woche ein Problem. "Aber schon nach einer Woche ist deutlich spürbar, dass Autofahrer bei der Parkplatzsuche hierher ausweichen", meint Knoll. "Ich habe bis zu einem gewissen Punkt auch Verständnis für die Leute, irgendwo müssen sie ja hin. Aber für uns wird die Situation schlechter." Knoll würde es begrüßen, wenn die Anlieger und die Beschäftigten im Gewerbegebiet ebenfalls Parkausweise bekämen.

Parkraummanagement auch im Zentrum eine Möglichkeit

Auf der anderen Seite des Botnanger Sattels ist die Parksituation entspannt. "Wir hatten zwar Anrufe von Bürgern, die beklagten, dass die Anzahl der Autos zugenommen habe" , sagt Mina Smakaj, stellvertretende Bezirksvorsteherin von Botnang. "Aber unser Polizeiposten und ich teilen diese Einschätzung bis jetzt nicht."

Auch Veronika Kienzle, die Bezirksvorsteherin in Stuttgart-Mitte, hat nach einer Woche ebenfalls nicht den Eindruck gewonnen, dass mehr Autofahrer aus dem Westen in die City ausweichen. "Bei uns ist es so voll wie immer, wir haben gar keinen Platz für Ausweichverkehr", sagt sie. Von den ersten Ergebnissen aus dem Westen ist sie positiv überrascht. "Wir wünschen auch für den Stadtbezirk Mitte ein Parkraummanagement."

  

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