Arbeitsdirektorin wird freigestellt SSB suchen neuen Vorstand
Der Aufsichtsrat der Stuttgarter Straßenbahnen AG will die Arbeitsdirektorin Sabine Groner-Weber freistellen. Der Posten wird wieder besetzt.
Der Aufsichtsrat der Stuttgarter Straßenbahnen AG will die Arbeitsdirektorin Sabine Groner-Weber freistellen. Der Posten wird wieder besetzt.
Stuttgart - Die scheidende Arbeitsdirektorin der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) AG, Sabine Groner-Weber (63), wird sich nicht wie geplant Ende April 2022 in den vorgezogenen Ruhestand verabschieden, sondern im Februar bei vollen Bezügen freigestellt. Das hat der Aufsichtsrat des städtischen Unternehmens unter der Leitung von OB Frank Nopper (CDU) am vergangenen Montag besprochen. Vertreter der Arbeitnehmerseite hatten nach Informationen unserer Zeitung eine sofortige Freistellung verlangt, sich aber nach einer Sitzungspause auf einen Kompromiss eingelassen.
Der laut städtischem Beteiligungsbericht 2020 mit 281 000 Euro Jahresgehalt dotierte Vertrag war erst 2020 um weitere fünf Jahre verlängert worden. Der Rückzug ist allerdings nachvollziehbar, viele Aufsichtsräte halten ihn sogar für zwingend. Das Kontrollgremium hatte im April eine Abmahnung ausgesprochen, sogar eine außerordentliche Kündigung war nach Aussage des Stuttgarter Arbeitsrechtlers Stefan Nägele, der von OB Nopper konsultiert worden war, möglich gewesen.
Groner-Weber hatte die Zustimmung zu einer grundlegenden Vereinbarung über Prämienzahlungen, die der Betriebsrat ablehnte, mit dem Angebot eines Coronabonus an besonders fleißige Arbeitnehmervertreter verknüpft. Im Oktober wurde dann heftige Kritik im Zusammenhang mit der Planung für die Bebauung des ehemaligen Busdepots im Stuttgarter Osten laut. Gleich nach ihrem Amtsantritt hatte sie ihrem Vorgänger vorgeworfen, drei freigestellte Betriebsräte und den Schwerbehindertenvertreter zu hoch eingestuft zu haben.
Der Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder Thomas Moser und Mario Laube sind sich darin einig, dass die SSB weiter von drei Direktoren geführt werden soll. Allerdings hatten sich Moser und Laube, die eine kollegiale Zusammenarbeit pflegen, auch vorstellen können, die Aufgabe als Duo zu erledigen. Dafür fand sich aber keine Mehrheit. Bis ein Nachfolger – noch lieber wäre einigen Aufsichtsräten eine Nachfolgerin – gefunden ist, übernimmt Laube das Personal und Moser die Liegenschaften. Gerade in diesem Bereich gibt es viel zu tun: Sanierung der Firmenzentrale, Bebauung des Ostendareals, Wiederaufbau des Busdepots und Schaffung der Ladeinfrastruktur für emissionsfreie Busse. Die Suche nach einer dritten Führungskraft sollen Headhunter übernehmen.