Atomkraftwerk Fessenheim Deutsch-französischer Dissens

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Ein Störfall 2014 in Fessenheim war schlimmer als vermutet. Was bringt der deutsche Atomausstieg, wenn Frankreich Schrottreaktoren laufen lässt?, fragt Christoph Link in seinem Kommentar.

Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim ist eines der ältesten Frankreichs. Foto: EPA
Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim ist eines der ältesten Frankreichs. Foto: EPA

Stuttgart - Schon lange kommt aus Deutschland die Forderung nach einer Abschaltung der alten Atomkraftwerke Fessenheim und Cattenom in Frankreich. Allen voran die Anrainerländer Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz – aber auch das Bundesumweltministerium – machen Front gegen die „Schrottreaktoren“. Auch das geplante Atommüllendlager Bure in Frankreich ruft diesseits des Rheins Bedenken und Proteste hervor. Bis jetzt aber zeigen sich die Franzosen hartleibig. Es gibt keinen deutsch-französischen Konsens in der Atomkraftfrage – sondern einen tief gehenden Dissens. Die empfindlichen Reaktionen Deutschlands auf Berichte, dass ein Störfall 2014 in Fessenheim doch gravierender war als angenommen und eine Katastrophe hätte auslösen können, schüren den Meinungsstreit.

Zur Gründung der EU 1957 gehörte als Baustein – daran sei erinnert – übrigens auch die Europäische Atomgemeinschaft. Beim Ausstieg aus der Kernkraft nach Fukushima aber ist Deutschland bis heute isoliert geblieben. Was eine Energiewende im Alleingang für einen Sinn hat, wenn in Grenznähe riskante Atommeiler weiterlaufen – diese Frage hat auch die deutsche Bundesregierung noch nicht beantwortet. Die deutsche Energiewende samt Atomausstieg als großes Vorbild? Bisher hat sie leider nur wenig Nachahmer gefunden.




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