Atommülllager Asse Bürgermeisterin fordert Entschädigung

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Wer wegzieht, tut sich schwer, sein Haus zu verkaufen, erzählt die Bürgermeisterin. Und immer weniger kommen neu in die Gemeinde. Das sei sicherlich nicht alleine auf die Atomanlage unter Tage zurückzuführen. Aber die Endlagerproblematik habe den demographischen Wandel am Ort erheblich verschärft. Deshalb hat Bollmeier Angela Merkel einen Brief geschrieben und Entschädigung für ihre Einwohner gefordert. Immerhin habe das Kanzleramt signalisiert, dass man sich um ihr Anliegen kümmern wolle.

"Mittlerweile ist wohl allen klar, dass Salz der am wenigsten geeignete Stoff für die Lagerung von Nuklearmüll ist", sagt die Bürgermeisterin. Da allerdings würde Wolfram König ihr nicht Recht geben. Er sieht die jüngsten Windungen der Endlagerdebatte, die stark von den Schwierigkeiten in der Asse geprägt ist, mit Sorge. Das gilt sowohl für den Vorschlag des niedersächsischen Umweltministers Hans-Heinrich Sander, den Atommüll in alten Militärbunkern unterzubringen, als auch für das Plädoyer des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister, man müsse in jedem Fall die dauerhafte Rückholbarkeit des Abfalls garantieren. Beides hält der Behördenchef König für falsch.

"Asse ist kein Beweis, dass Endlagerung generell nicht funktioniert", betont König. Er will sich auch nicht von der Konzeption verabschieden, den radioaktiven Müll in tiefen Salz-, Ton oder Granitschichten einzulagern. "Langzeitzwischenlager, egal ob im Bunker oder überirdisch, bedeuten Beton und Stacheldraht statt geologischer Barrieren in tiefen Gesteinsschichten. Das wäre eine Senkung des Sicherheitsstandards", erklärt König. In seinen Augen sind die vergangenen vierzig Jahre in Asse gerade keine Einladung, das Endlagerproblem künftigen Generationen aufzubürden. "Gerade hier hat sich doch gezeigt, wie schnell Risikobewusstsein und Sachkenntnis verloren gehen können."




Unsere Empfehlung für Sie