Attacke auf Moschee Brandanschlag mit kurdischem Hintergrund?

Von Sven Ullenbruch 

In der Nacht zu Freitag warfen Unbekannte Molotowcocktails auf eine Moschee in Lauffen. Möglicherweise steckt hinter dem Anschlag eine Aktion von Kurden wegen der türkischen Militäroffensive in Syrien.

Screenshot von dem Video auf einer kurdischen Internet-Plattform: Die Bilder sollen den Brandanschlag im baden-württembergischen Lauffen zeigen. Foto: STZN
Screenshot von dem Video auf einer kurdischen Internet-Plattform: Die Bilder sollen den Brandanschlag im baden-württembergischen Lauffen zeigen. Foto: STZN

Stuttgart - Militante Kurden beanspruchen den Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen am Neckar im Landkreis Heilbronn für sich. Ein am Freitagnachmittag im Internet aufgetauchtes Video zeigt vier dunkel gekleidete Personen, die das Gebäude der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs mit Steinen und Molotowcocktails bewerfen. Man habe die Tat aus „Rache für die Angriffe der türkischen Besatzerarmee“ und die „massenhafte Tötung von Zivilisten“ in der nordsyrischen Stadt Afrin durchgeführt, heißt es auf einer kurdischen Internetplattform. Gleichzeitig werden weitere Aktionen angekündigt.

LKA ermittelt wegen versuchten Mordes

Derweil hat das baden-württembergische Landeskriminalamt die Ermittlungen wegen Verdacht des versuchten Mordes übernommen. Zu einem möglichen politischen Hintergrund der Tat äußerten sich die Ermittler bisher nicht. Man fahnde mit Hochdruck nach den Tätern, teilte das LKA am Samstag mit. Durch erhebliche Verrußungen sei bei dem Anschlag ein Sachschaden von 5000 Euro entstanden. Obwohl sich während der Tat ein Imam der Islamischen Gemeinschaft in dem Gebäude aufhielt, seien keine Personen zu Schaden gekommen.

Militante kurdische Jugendgruppen kündigen Aktionen an

Zunächst hatten die Heilbronner Kriminalpolizei und lokale Bürgerinitiativen auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausgeschlossen. Veröffentlichungen auf verschiedenen Internetseiten legen aber nahe, dass die Attacke in der Neckargemeinde im Kontext der Zuspitzung des Konfliktes zwischen der Türkei und dem von Kurden dominierten Norden Syriens steht.

Dort rückt die türkische Armee weiter gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Richtung der Stadt Afrin vor. Der Dachverband kurdischer Vereine in Deutschland warnt bereits vor einer bevorstehenden „ethnischen Säuberung“ durch Erdogans Truppen. Militante kurdische Jugendgruppen erklärten am Wochenende, darauf auch in der Bundesrepublik reagieren zu wollen. Man werde „die mörderische Stille beenden und den Krieg auf Europas Straßen tragen“, heißt es im Internet.