Auch in Kinderprodukten EU-Lebensmittelbehörde warnt vor Farbstoff E171

Bereits in der Vergangenheit hatte das EU-Parlament ein Verbot des Farbstoffes gefordert. (Archivbi Foto: dpa/Olivier Matthys
Bereits in der Vergangenheit hatte das EU-Parlament ein Verbot des Farbstoffes gefordert. (Archivbi Foto: dpa/Olivier Matthys

Süßigkeiten, Backwaren und vielen Produkten für Kinder enthalten den Farbstoff E171. Sicher ist der Zusatzstoff aber wohl nicht, sagt die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa.

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Parma - Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa hat die Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff als nicht sicher eingestuft. Nach Auswertung neuer Studien könne eine krebserregende Wirkung des als Farbstoff E171 bekannten Mittels nicht ausgeschlossen werden, erklärte die im italienischen Parma ansässige Behörde am Donnerstag. E171 ist häufig in Süßigkeiten, Backwaren, Suppen und Soßen enthalten.

Der Zusatzstoff besteht aus sogenannten Nanopartikeln aus Titandioxid und soll Lebensmittel optisch ansprechender gestalten. Forscher warnen seit längerem, dass die besonders kleinen Teilchen Entzündungen fördern und Krebserkrankungen begünstigen könnten.

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„Nach oraler Aufnahme ist die Resorption von Titandioxidpartikeln zwar gering, sie können sich jedoch im Körper ansammeln“, erklärte die Efsa nun. Eine „allgemein toxische Wirkung“ dadurch konnte demnach zwar nicht nachgewiesen, eine „Genotoxität“, also eine schädliche Wirkung für das Genmaterial und damit potenziell krebserregende Wirkung, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Viele Produkte mit E171 bei Kindern beliebt

Efsa informierte nach eigenen Angaben die EU-Kommission und den Rat der Mitgliedstaaten. Ihnen obliege es nun „geeignete Maßnahmen zur Gewährleistung des Verbraucherschutzes (zu) erwägen“.

Das EU-Parlament hatte in der Vergangenheit bereits ein Verbot des Zusatzstoffes gefordert. Die Abgeordneten verwiesen darauf, dass viele Produkte mit E171 besonders bei Kindern beliebt seien. In Frankreich ist das Mittel, das auch bei der Herstellung von Kosmetika und Medikamenten verwendet wird, als Zusatzstoff für Lebensmittel bereits verboten.

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