Auf Kaufland-Parkplatz abgezockt Rottweiler schockiert: „Ich kann nicht fassen, dass ich darauf reingefallen bin“

Der Rottweiler kann noch aus der Ferne mit der Kamera festhalten, wie ein anderer Passant von dem Mann (rechts) zur Spende und Unterschrift aufgefordert wird. Foto: Privat

Der Rottweiler kann selbst nicht fassen, dass er darauf reingefallen ist: Dreiste Betrüger haben ihn mit einer neuen, üblen Masche auf dem Kaufland-Parkplatz abgezockt.

„Der sah echt nett aus“, berichtet der Mann der Redaktion des "Schwarzwälder Boten" am Telefon von seinem Erlebnis. Mit einer für ihn ganz neuen Story haben ihn Betrüger übers Ohr gehauen.

 

Er war am Mittwochnachmittag auf der Saline einkaufen. Kaum ausgestiegen, sei ein junger Mann auf dem Kaufland-Parkplatz förmlich auf ihn „zugehüpft“. Eine Verständigung war nicht möglich, weil der Mann deutlich machte, er sei gehörlos. Auf einem Klemmbrett hielt er dem Rottweiler ein Schreiben unter die Nase, dass aktuell für ein neues Gehörlosenzentrum in Rottweil Geld gesammelt werde.

Große Beträge animieren zum Nachmachen

Das Besondere: „In einer Spalte des Blattes sollte man unterschreiben, dann seine Postleitzahl eintragen und den Betrag der Spende. Und in den obersten zwei Zeilen standen schon Namen und Beträge: einmal 30 Euro, einmal 100 Euro.“ „Das habe bei ihm unweigerlich dazu geführt, dass er „nicht nach zwei Euro in der Hosentasche“ gesucht habe, sondern auch gleich an größere Beträge dachte. „Ich habe ihm 25 Euro gegeben, ich dachte, so etwas kann man ja unterstützen.“

Liste voller stattlicher Beträge

Bei der anschließenden Stärkung am Imbiss habe er das Geschehen dann weiter beobachtet und es kamen Zweifel auf. „Plötzlich hab ich gesehen, dass noch ein weiterer Mann unterwegs ist“, beide seien sehr fordernd auf die Leute zugegangen, beim Weglaufen habe einer triumphierend gegrinst. Der zweite Mann habe ihn selbst dann auch noch einmal angesprochen. Seine Liste sei schon vollgeschrieben gewesen mit Beträgen, meist um die 30 Euro. Als er dem Mann hinterhergelaufen sei, sei er zusammen mit dem anderen in ein Auto mit ausländischem Kennzeichen gestiegen und stadtauswärts davon gebraust.

Die Polizei gerufen

„Ich habe die Polizei gerufen, aber es hieß, es sei gerade keine Streife in der Gegend“, so der Rottweiler. Auf eine Anzeigeerstattung habe er letztlich verzichtet. „Das wird wohl ohnehin nichts bringen.“ Wichtig sei ihm aber, andere zu warnen.

Wir fragen bei der Polizeipressestelle in Konstanz nach. Diese spezielle Masche sei der Polizei noch nicht bekannt, erklärt ein Sprecher. Klar sei aber, dass sich die Betrüger immer neue Tricks einfallen lassen – und damit auch an den Haustüren klingeln und erfolgreich sind.

Völlig überrumpelt

Der Rottweiler bezeichnet sich in solchen Dingen als „eigentlich versiert“. Doch die Tatsache, dass gar keine Konversation möglich war, weil die Männer den Anschein machten, gehörlos zu sein, und die hohen Beträge hätten ihn völlig überrumpelt. Dass er sich einen Ausweis oder eine Sammelbescheinigung hätte zeigen lassen müssen, ist ihm jetzt natürlich auch klar.

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