Aufstrebende Partei Wie Markus Frohnmaier Feuer gefangen hat

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Jan Rittaler träumt weiterhin davon, eine neue liberale Partei rechts der durch Angela Merkel modernisierten CDU und der marginalisierten FDP zu etablieren. Immerhin befindet sich die AfD auch in Baden-Württemberg weiterhin im Aufwind: 3100 Mitglieder meldet Anastasia Koren, die 28-jährige Landesgeschäftsführerin in Stuttgart, eine von zwei festen Angestellten, die im Bürohochhaus Bülowbogen an der Heilbronner Straße arbeiten. Es gibt 36 Kreisverbände, der Stuttgarter Verband hat 150 Mitglieder. „Wir wollen bei der Landtagswahl in allen 70 Stimmkreisen antreten“, sagt Anastasia Koren. Im Juni soll ein Parteitag die Verhältnisse ordnen und den Vorstand neu wählen.

Sind Rechtsliberale wie Jan Rittaler typisch für die AfD? Oder steht die Partei eher für Männer wie Markus Frohnmaier? Der 23-Jährige ist Landesvorsitzender der Nachwuchsorganisation Junge Alternative. Er gehört nicht nur einer anderen Generation als Rittaler an, sondern ist auch politisch völlig anders sozialisiert.

Wer ist dieser junge Mann, der in der gerade einmal 15 Quadratmeter großen AfD-Geschäftsstelle an der Heilbronner Straße sitzt? Frohnmaiers Bart ist akkurat gestutzt, das hellblaue Hemd ordentlich unter dem Pullover verstaut. Dem Gast bietet er freundlich einen Kaffee an, fast wirkt er ein wenig schüchtern. Dabei gehört der Jurastudent zu den Wortführern seiner Partei. Was er sagt, besitzt Gewicht.

Die Merkel-CDU ist nicht sein Ding

Markus Frohnmaier ist auf dem Land aufgewachsen – in Weil der Stadt, Ortsteil Schafhausen. Er stammt aus einer alteingesessenen Bauernfamilie, der Vater arbeitete bei Daimler als Elektrotechniker. Der Sohn ging auf die Hauptschule ins benachbarte Döffingen, später auf die Realschule nach Stuttgart und machte auf dem Calwer Wirtschaftsgymnasium über den zweiten Bildungsweg das Abitur. Markus Frohnmaier hat sich bis an die Uni gekämpft, nun studiert er in Tübingen Rechtswissenschaften. „Ich bin ein Kind des dreigliedrigen Bildungssystems“, sagt er, „deswegen sollten wir es unbedingt erhalten.“

Frohnmaier war eine Zeit lang Mitglied der Jungen Union, doch so richtig identifizieren konnte er sich mit den Christdemokraten nie. Zumindest nicht mit der CDU von Angela Merkel, die gegen Atomenergie ist, für flächendeckende Kleinkindbetreuung und für die der Islam zu Deutschland gehört. „Für mich gehört er nicht dazu“, sagt Markus Frohnmaier. „unser Land ist christlich-jüdisch geprägt.“

In der – eigentlich eher linken – Universitätsstadt Tübingen kam der junge Mann aus Weil der Stadt-Schafhausen mit den Thesen des Professors Joachim Starbatty in Berührung, eines wortgewaltigen Kronzeugen der Eurokritiker. „Sein Vortrag hat mich fasziniert“, erzählt Frohnmaier. Er hat Feuer gefangen und gründete eine AfD-Hochschulgruppe, aus der im vergangenen Sommer der Landesverband der Jungen Alternative hervorging.




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