Auktion aus dem Strähle-Nachlass Preziosen aus dem Rennfahrerweinkeller

Von Harald Beck 

Aus dem Weinkeller der vor vier Jahren verstorbenen Schorndorfer Rennfahrerlegende Paul Ernst Strähle sind mehrere Raritäten versteigert worden – darunter etwa drei Flaschen Burgunder aus dem Jahr 1934.

Der Porsche ist nicht verkäuflich gewesen, dafür so manche Weinrarität. Foto: Stoppel
Der Porsche ist nicht verkäuflich gewesen, dafür so manche Weinrarität. Foto: Stoppel

Weinstadt - Oberingelheimer Burgunder vom Jahrgang 1934, ein 1996er Mouton Cadet von Baron Philippe de Rothschild, die ersten Hades-Barriqueweine von Jürgen Ellwanger und Graf Adelmann aus den 80ern oder ein Grand Vin Marokko aus dem Jahr 1946 – es sind einige echte Schmankerl zu haben gewesen, bei der ersten PS-Weinauktion, die unlängst in Strümpfelbach über die Bühne gegangen ist. Was da in insgesamt 88 Paketen zu ersteigern war, das stammte aus dem Weinkeller der Motorsportlegende Paul Ernst Strähle, der vor vier Jahren im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Sein mitten in Schorndorf gelegener 380 Jahre alter Weinkeller, so erzählt Ernst Paul Strähle junior, habe auf Wunsch der Erbengemeinschaft ausgeräumt werden müssen. Was tun also mit dem sorgfältig gelagerten Schatz aus vergangenen Weinjahrzehnten? Die Weinerlebnisführerin Sigrun Trinkle hat sich daran gemacht, die hunderte von Weinflaschen zu sichten und zu sortieren. Und zusammen mit dem Weinjournalisten und Organisator des renommierten Deutschen Rotweinpreises, Rudi Knoll, hat sie dann zusammengestellt, was auf Wunsch der Strähles bei einer Weinauktion für einen guten Zweck unter den Hammer kommen sollte.

„Risiko zum Start“, so hat Knoll das erste sogenannte Lot betitelt, für das der Weinexperte vor der überschaubaren Zahl an Bietwilligen im Keller der Vinothek Traube den Hammer in die Hand nahm. Unter anderem ein 1981er Cuvée Carte Blanche – 50 Jahre Porsche von Deutz & Gelkdermann war mit in dem Paket, für das sich noch kein Interessent fand. Erstmals gefallen ist der Hammer dann bei drei Flaschen aus den „Anfängen des Hades“, nach einem beim Gebot von 50 Euro.

Zehn Ferngebote waren schon vor Beginn der Weinauktion bei den Veranstaltern eingegangen. Unter anderem für das Paket mit „Bordeaux für Kenner“, in dem ein 1981er Grand Cru Classé aus St. Emilion enthalten war. Dieses wurde im Saal am Ende auf 105 um fünf Euro überboten. Bei den Preisen, so erläuterte Rudi Knoll, sei man teils recht deutlich unter den Preisen geblieben, die für ähnliche Tropfen in Liebhaberkreisen zu erzielen seien.

An den Mann gebracht hat der erfahrene Wein-Auktionator unter anderem vier Flaschen Stettener Pulvermächer vom Jahrhundert-Jahrgang 1959 oder sechs „Burgunder alter Schule“ mit einem 1970er Gevrey-Champertin Coté d’Or. Auch die „Champagner Legende“, ein 1990er Dom Perignon im edlen Holzkistle, der zunächst mit dem Mindestgebot von 130 Euro ins Rennen ging wurde versteigert. „Der ist sehr begehrt, weil einer der Topjahrgänge“, sagte Knoll. Das höchste von gleich mehreren Fernangeboten für den teuersten Tropfen der Auktion kam mit 300 Euro zum Zug. Und auch die unter dem Titel „80 Jahre jung?“ ins Rennen gegangenen ältesten Tropfen – drei Flaschen mit Burgunder und Naturwein des Jahrgangs 1934 aus Oberingelheim/Rheinhessen haben als letzter Posten der PS-Weinauktion noch einen Abnehmer gefunden.

Knapp 1500 Euro sind so für gemeinnützige Dinge zusammengekommen, berichten die Veranstalter. Die Beteiligung, so hoffen sie, werde bei einer Folgeveranstaltung mit weiteren Preziosen aus Strähles Weinkeller etwas besser sein. Immerhin meinte der Auktionator, der sich am Ende noch einige Schmankerl für die eigene Sammlung sicherte, sei ja rund ein Viertel der 88 Posten auch tatsächlich unterm Hammer gelandet.




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