Ausbildung im Rems-Murr-Kreis Weniger Berufseinsteiger

Das  Angebot an  Ausbildungsstellen bleibt relativ stabil. Allerdings geht  die Zahl der Bewerber zurück. Foto: dpa/Marcus Brandt
Das Angebot an Ausbildungsstellen bleibt relativ stabil. Allerdings geht die Zahl der Bewerber zurück. Foto: dpa/Marcus Brandt

Binnen zwei Jahren ist die Zahl derer, die im Kreis eine Ausbildung beginnen wollen, um 500 oder rund 16 Prozent gesunken. Die Arbeitsagentur erläutert warum.

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Waiblingen - Im zurückliegenden Beratungsjahr haben 2716 Schüler bei der Berufsberatung nach Unterstützung im Bewerbungsprozess angefragt, das berichtet die Waiblinger Arbeitsagentur in ihrer Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 258 Personen, im Zweijahresvergleich sogar um 500 oder knapp 16 Prozent. Gleichzeitig, so die Bilanz, meldeten die Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis dem Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter zum Beginn des neuen Ausbildungsjahrs insgesamt 2646 Ausbildungsstellen, 235 weniger als im Jahr zuvor.

Der Rückblick auf das Ausbildungsjahr sei auch in diesem Jahr deutlich geprägt durch die Auswirkungen der Corona-Krise, sagt dazu die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle. Durch den von Ende 2020 bis weit in das Jahr 2021 reichenden Lockdown seien viele persönliche Kontakte nicht möglich gewesen. Berufsorientierungsveranstaltungen wie Ausbildungsmessen und -börsen, Schülerpraktika oder Betriebsbesuche konnten nicht in Präsenz durchgeführt werden. „Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass digitale Angebote eine gute Ergänzung darstellen, sie können den persönlichen Kontakt aber nicht ersetzen“, sagt Christine Käferle.

Bis Ende September dieses Jahres haben 1294 ausbildungssuchende Jugendliche aus dem Kreis die Unterzeichnung eines Ausbildungsvertrages mitgeteilt. Lediglich 66 Jugendliche hatten zum Stichtag am 30. September weder eine Stelle noch eine Alternative für den Berufsstart. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren andererseits zum Ausbildungsstart im September noch 357 Stellen oder gut 13 Prozent unbesetzt.

Weiter Einstiegsmöglichkeiten

Käferle betonte, dass auch jetzt noch die Möglichkeit bestehe, in das laufende Ausbildungsjahr einzusteigen. „Jetzt gilt es, nochmals richtig Gas zu geben. Bis Ende des Jahres stehen die Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu finden, erfahrungsgemäß wirklich gut.“ Die Leiterin der Arbeitsagentur rechnet damit, dass die Konkurrenzsituation auf dem Ausbildungsmarkt im kommenden Jahr deutlich anziehen wird.

In den Top Ten der beliebtesten Berufswünsche stehen seit Jahren fast immer die gleichen Berufe ganz oben: Kaufmännische Ausbildungen, Berufe im Einzelhandel, Medizinische Fachangestellte, Kfz-Mechatroniker und Industriemechaniker. Die Bundesagentur für Arbeit bietet zur Orientierung zahlreiche Selbstinformationsangebote, beispielsweise die Plattformen planet-beruf.de und abi.de. Das Online-Selbsterkundungstool Check-U zeigt außerdem auf, welche Ausbildung oder welches Studium zu den persönlichen Stärken und Interessen passt.

Am meisten hilft laut Käferle erfahrungsgemäß aber das persönliche Gespräch. Ratsuchende können die Berufsberater der Agentur für Arbeit Waiblingen über den BiZ-Call per Telefon (0 71 51/91 99 02) oder per E-Mail-Adresse (waiblingen.berufsberatung @arbeitsagentur.de) erreichen. Wichtig sei hier auch das umfangreiche Unterstützungsangebot, das die sogenannte assistierte Ausbildung sowohl für die Azubis als auch für die Ausbildungsbetriebe anbiete.




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