Ausflüge in Baden-Württemberg der Coronakrise Land will gegen Überfüllung von Ski- und Wandergebieten vorgehen

Winfried Kretschmann spricht mitunter von Straßenkontrollen und Parkplatzsperren, um Touristenansammlungen wie hier am Mummelsee im Schwarzwald zu vermeiden. Foto: dpa/Benedikt Spether
Winfried Kretschmann spricht mitunter von Straßenkontrollen und Parkplatzsperren, um Touristenansammlungen wie hier am Mummelsee im Schwarzwald zu vermeiden. Foto: dpa/Benedikt Spether

Allen Appellen der Politik zum Trotz: Immer wieder zieht es unzählige Schneehungrige in die Wintersportgebiete des Landes - Gedränge und Parkchaos inklusive. Die Landesregierung spielt den Ball jetzt zu den Kreisen und mahnt Sperrungen an.

Stuttgart - Baden-Württemberg rüstet sich für einen weiteren Andrang von Ausflüglern in den Ski- und Rodelgebieten am Wochenende. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag im Landtag ein konsequentes Vorgehen gegen Überfüllung in den Schneeregionen im Land an: „Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird“, sagte der Grünen-Politiker.

Zuletzt war es an beliebten Winterausflugszielen trotz des Corona-Lockdowns immer wieder zu chaotischen Szenen gekommen: Es gab Staus, überfüllte Parkplätze, zugeparkte Rettungswege und Menschenansammlungen. Angesichts recht guter Wetteraussichten könnte es am Wochenende wieder viele in die Berge ziehen. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rief die Bürger am Freitag erneut zum Verzicht auf. Doch Appelle an die Ausflügler nutzten bislang wenig.

Parkplatzsperrungen und Straßenkontrollen

Die Regierung will nun die Landkreise in die Pflicht nehmen: „Wir werden die örtlichen Behörden anhalten, solchen Ansammlungen und Verstößen gegen das Abstandsgebot unverzüglich vor Ort entgegenzuwirken und sie mit entsprechenden Maßnahmen, wie etwa Parkplatzsperrungen oder Straßenkontrollen an touristischen Ausflugszielen, zu verhindern“, sagte Kretschmann. Er habe mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) verabredet, dass diese mit den Kommunen die Maßnahmen vorbereiten.

Vielerorts nutzten Behörden und Polizei zuletzt schon Straßensperrungen und -kontrollen als Mittel gegen den Ansturm. So solle es auch am Wochenende bleiben, sagte ein Sprecher der Offenburger Polizei, in deren Einsatzgebiet die besonders überrannten Ziele rund um die Schwarzwaldhochstraße liegen. Sobald die Parkplätze voll seien, würden Zufahrtswege gesperrt. Wer falsch parke, müsse außerdem damit rechnen, dass sein Auto abgeschleppt werde.

Auf der Alb will die Polizei wieder verstärkt im Blick behalten, ob Überfüllung droht, und dann reagieren. In einigen Gemeinden wurden die Zufahrten zu bestimmten Hängen bereits reguliert und der Parkraum beschränkt, wie das Landratsamt Reutlingen erklärte.

Manch einem geht all das nicht weit genug. Reinhard Schmälzle, Bürgermeister der Schwarzwaldgemeinde Seebach, fordert ein Verbot von Ausflügen fernab des eigenen Wohnorts. „Wir haben lange genug appelliert“, sagte er der dpa. Die Ausflügler seien offenbar wie Kinder, die es zu erziehen gelte.

Eine ganz andere Strategie fährt man in St. Blasien im Hochschwarzwald. Hier habe man mehr Parkmöglichkeiten geschaffen, mehr Loipen gespurt und Rodelhänge eigens präpariert, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Ziel sei es, mehr Platz für Besucher zu schaffen, damit es kein Gedränge gebe. Bislang klappe das gut.

Unsere Empfehlung für Sie