Ausflüge zur Schwäbischen Alb 7 schöne Wanderungen rund um den Albtrauf

Die Burg Reußenstein bietet einen tollen Blick auf das Umland. Foto: Imago/Arnulf Klett

Einmalig in Europas Mittelgebirgen: Der Albtrauf. Wir geben Tipps für die schönsten Touren mit Panoramablick – vorbei an Kalkbuchwäldern, grünen Wiesen und imposanten Ruinen.

Raubritter, Meereskrokodile und der delfinartige Ichthyosaurier haben eine Gemeinsamkeit: Alle drei wohnten einst auf der Alb. Die Geschichte der Schwäbischen Alb reicht bis in die Urzeit zurück: Damals schuf ein tropisches Meer das beeindruckende Hochplateau, dessen Abbruchkante Albtrauf heißt.

 

Mit 180-Grad-Panoramen, Burgruinen und schmalen Pfaden ist die Hochebene ein beliebtes Wanderziel in der Region. Zumal es aus Stuttgart nur 45 Minuten Fahrt mit dem Auto sind. Die schönsten Touren rund um die „blaue Mauer“, wie der Dichter Eduard Mörike die 200 Kilometer lange Felskante bezeichnete, haben wir ihnen zusammengefasst. Grundvoraussetzungen für die meisten Touren sind eine gute Kondition und geeignetes Schuhwerk. 


Vom Deutschen Haus nach Wiesensteig

Die erste Etappe des eigentlich 113 Kilometer langen Rundwegs „Albtraufgänger“ dient als perfekter Einstieg für Albtrauf-Neulinge. Gestartet wird am Deutschen Haus in Weilheim an der Teck, rund fünf Kilometer geht es in einem entspannten Auf und Ab den Albtrauf entlang. Der Höhepunkt der Route: Die Aussicht von der Burgruine Reußenstein auf das Neidlinger Tal. Genauere Informationen zur Route finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 5,5 Stunden

Höhenmeter: ca. 500 Meter

Strecke: 20 Kilometer

Startpunkt: Deutsches Haus, Weilheim an der Teck


Bad Urach Runde mit Blick auf den Wasserfall

„Auf der schwäbsche Eisebahne, gibt’s gar viele Haltstationen, Stuttgart, Ulm und…“ Bahnhof Bad Urach. Auch ohne Auto erreicht man die Stadt am Fuß der Alb, kann von dort direkt loswandern und sich auf zwei Highlights freuen. Nach rund drei Kilometern gelangt man zur Burgruine Hohenurach – eine ehemalige Gefängnisfestung. Von dort ist das zweite Highlight der Route nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören: Der Bad Uracher Wasserfall.

Mit 37 Metern Fallhöhe zählt er zu den größten Wasserfällen Deutschlands. Begleitet von Rauschen und Plätschern führt der Weg am Rutschenfelsen, inklusive Wasserfall-Ausblick, vorbei. Da es nass und rutschig werden kann: An festes Schuhwerk und passende Kleidung denken. Weitere Details finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: ca. 4 Stunden

Höhenmeter: 530 Meter

Strecke: ca. 12 Kilometer

Startpunkt: Bad Urach, Bahnhof


Vom Blautopf zur Küssenden Sau

„Zuunterst auf dem Grund des Blautopfs saß ehemals eine Wasserfrau mit langen, fließenden Haaren“, so beginnt Eduard Mörike sein Dichtermärchen „Die Historie von der schönen Lau“. Um der schönen Lau auf den Grund zu gehen, wird in der Altstadt Blaubeuren gestartet, von dort sind es nur rund 500 Meter bis zum Blautopf, der am südwestlichen Abhang des Albtraufs liegt.

Über die klare Blau führt der Wanderweg Richtung Rusenschloss vorbei an diversen Aussichtspunkten wie dem Knoblauchfelsen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, auf dem Felsen wachsen seltene trittempfindliche Pflanzen.

Keine Überraschung, trotzdem überragend: Der Ausblick von der Ruine Rusenschloss ins Ach- und Blautal. Der Abstieg führt am Felsentor „Küssende Sau“ und dem Höhlentor vorbei. Mehr Details zur Route finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 4,5 Stunden

Höhenmeter: 390 Meter

Strecke: ca. 15 Kilometer

Startpunkt: Seißen Backhaus


Ein Weg, zwei Burgen: Die Rauber–Teck-Runde

Vor Räubern muss man sich auf der Route nicht mehr hüten, vor steilen Anstiegen schon – deshalb ist eine gute Kondition grundlegend für diese Route.

Nach rund drei Kilometern erreicht man bereits die um das Jahr 1100 entstandene Gipfelburg Teck. Von dort geht es über eine Holzbrücke zu der ehemaligen Raubritterburg-Ruine: Rauber.

Entlang des Oberen Diepholdsburgpfad und des Mörikefelsens ist das 800 Meter hoch gelegene Plateau mit Aussicht auf die Schwäbische Alb und die Burg Teck zu erreichen. Wer noch nicht genug hat, wandert über den ansteigenden Pfad vom Sattelbogen bis zum Gelben Felsen und genießt den weiten Blick aufs Lenninger Tal. Weitere Infos zum Wanderweg finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Schwer

Dauer: 6,5 Stunden

Höhenmeter: 780 Meter

Strecke: 20 Kilometer

Startpunkt: Wanderparkplatz, Am See


Von Wiesensteig zur Ruine Reußenstein

Auf zur nächsten Burgruine: Die Route zur ehemaligen Burg Reußenstein kann sowohl von Wiesensteig als auch von Neidlingen begonnen werden.

Von Wiesenstein führt ein Fußweg entlang der jungen Fils bis zum Filsursprung. Das umliegende Tal bietet kinderwagenfreundliche Wege und einen schönen Naturpfad.

Am hochragenden Felsenriff am Nordrand der Schwäbischen Alb steht die Ruine Reußenstein. Sie gilt als eine der schönsten Burgen der Alb und bietet einen spektakulären Ausblick ins Neidlinger Tal und die Albrandkante. Mehr Details zur Route finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 4,5 Stunden

Höhenmeter: 340 Meter

Strecke: 15,5 Kilometer

Startpunkt: Den genauen Standpunkt des Parkplatzes finden Sie hier.


Von Neidlingen zur Ruine Reußenstein

Die Tour von Neidlingen aus beginnt am Filsursprungstal und führt flussaufwärts über einen spannenden Wegdurchbruch über den rund 750 Meter hohen Knaupenfelsen und die Albrandkante zur Ruine Reußenstein. Details zur Tour finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 4 Stunden

Höhenmeter: 300 Meter

Strecke: 14,5 Kilometer

Startpunkt: Waldparkplatz Bahnhöfle


Premiumwanderweg „HochGehLegen“

Unweit des Albtraufs erreicht man über ruhige Waldwege und einen versteckten Schlupffels den ersten Panoramablick am Beurener Fels. Bei guter Sicht sieht man bis nach Stuttgart, manchmal sogar bis zu den Vogesen. Der Abstieg führt Richtung Freilichtmuseum Beuren.

Wem eine unvergessliche Aussicht nicht reicht, sollte die Ge(h)legenheit auf der Albhochfläche beim Brucker Fels nicht verpassen. Entlang am historischen Heidengraben gelangt man wieder zum Anfangspunkt der Tour. Mehr Details zur Wanderroute finden Sie hier.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Dauer: 2,5 Stunden

Höhenmeter: 280 Meter

Strecke: 7,7 Kilometer

Startpunkt: Wanderparkplatz Baßgeige

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