Ausflugstipp Das perfekte Wochenende in Hohenlohe
Fruchtige Zeiten: Auf Streuobst-Tour durch Hohenlohe und das liebliche Taubertal.
Fruchtige Zeiten: Auf Streuobst-Tour durch Hohenlohe und das liebliche Taubertal.
Der Obstbau hat im Südwesten eine lange Tradition. Streuobstbäume verleihen auch der Region Hohenlohe und dem benachbarten Taubertal einen typischen Charakter und laden zum Entdecken der Landschaft und zum Genießen in Gaststätten, Brennereien und Besenwirtschaften ein. Mit dem Auto kommt man über die A 81 nach Tauberbischofsheim und über die A 81 und A 6 nach Hohenlohe. Mit der Bahn erreicht man die Regionen von Stuttgart aus über Heilbronn und weiter bis nach Tauberbischofsheim bzw. Öhringen. Vor Ort fahren Busse der Nahverkehrsverbünde VGMT/VRN und NVH.
Seit 1153 steht inmitten des „Lieblichen Taubertals“ die ehemalige Zisterzienserabtei Bronnbach nahe der Stadt Wertheim. Seit 1986 ist das Kloster Bronnbach im Besitz des Main-Tauber-Kreises. Im Bursariat ist heute ein modernes Hotel untergebracht, gleich nebenan im Rinderstall arbeiten Forscher des Fraunhofer-Instituts. Wer hier übernachtet, sollte nicht nur das Essen in der Orangerie genießen, sondern den Aufenthalt auch mit einem Besuch des Bronnbacher Quittenpfads verbinden. Er bildet ein lebendiges Archiv der historischen Vielfalt dieser Pflanze mit dem hohen Vitamin-C-Gehalt. Ganz anders gestaltet sich ein Tag im Mawell Resort in Langenburg im Hohenlohischen. Das Wellness-Hotel bietet nicht nur einen atemberaubenden Ausblick aufs Jagsttal, sondern fügt sich mit seinem Außenpool wunderbar in den umgebenden Wald ein. https://www.mawell-resort.de/de/
Das Taubertal ist geprägt durch Apfelbäume, die der Landschaft ein stattliches Aussehen geben. Entlang der Tauber, zwischen Tauberbischofsheim und Dittigheim, findet man einen Streuobstwiesenlehrpfad. Auf zwei Kilometer Länge werden rund 100 Streuobstbäume bewirtschaftet durch den Verein „Tauberländer Bio-Streuobstwiesen“. Zwölf Infotafeln beschreiben alte Obstsorten. Größere Tafeln vermitteln zudem Wissenswertes über die ökologische Bedeutung für Pflanzen und Tiere und Informationen über den traditionellen Obstbau. www.tauberlaender.de
Wer den charismatischen Hohenloher Hans-Jörg Wilhelm in Unterregenbach bei Langenburg besucht, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Hier kann man nicht nur prickelnde Schaumweine und Secco-Getränke aus Apfel, Birne und Quitte verkosten sowie in seinem Hofladen die Kreationen aus eigener Herstellung kaufen. Nein, sein Hofladen samt Garten öffnet auch die Türe zu einer Entdeckungsreise über das „Rätsel von Unterregenbach“. Im frühen Mittelalter wurde hier eine gewaltige Kirche errichtet mit fast 50 Metern Länge und einer Breite von 17 Metern. Die Basilika war im ausgehenden 10. Jahrhundert damit eine der größten Kirchen des heutigen Württemberg. Warum ausgerechnet in Unterregenbach ein solch imposantes Bauwerk entstand, ist bis heute ungeklärt. Die Reste der Krypta liegen unter dem alten Pfarrhaus, das heute den Hofladen beherbergt. www.genuss-portal.com, www.haellisch-fraenkisches-museum.de
Spritziger Cider, Streuobstwein und trockener Hohenloher „Mouschd“ (Most) werden von der Familie Böhm in Mulfingen-Hollenbach nach traditionellen Verfahren in der „Ciderwerkstatt“ aus alten Streuobstsorten hergestellt. Das Obst hierfür sammeln Anne und Manfred Böhm handverlesen. Für den Elektroingenieur Manfred Böhm ist das ein schöner Ausgleich zu seinem Hauptberuf. Damit sich der schweißtreibende Nebenerwerb auch lohnt, kann man die köstlichen Getränke im Automaten täglich von 9 bis 20 Uhr kaufen. https://www.boehm-cider.de/home
Hochprozentig zu geht es in der Brennerhochburg Pfedelbach. Hier wird die Tradition des Destillierens von Generation zu Generation weitergegeben. So auch bei der Brennerei Dietz, wo der 84-jährige Seniorchef Rudolf Dietz immer noch das Schnapsbrennen persönlich überwacht. Ebenfalls im Programm sind hier Destillatswanderungen. Auf einem Rundweg um Pfedelbach-Windischenbach können Gäste die Herstellung erwandern. Ob Zwetschgen, Birnen oder Quitten – nahezu alle Obstarten sind auf der dreistündigen Tour zu sehen. Sie führt zu mehreren Brennern und erfordert in vielerlei Hinsicht ein gutes Stehvermögen. www.dieschnapsdrossel.de