Für die Betroffenen geht es um wichtige, ja lebensentscheidende Fragen. Im Bürgerservice Einwanderung werden auch Asylangelegenheiten, Fragen der Beschäftigung und die Voraussetzungen für eine Einbürgerung geklärt. Lange Bearbeitungszeiten und Wartezeiten vor dem ehemaligen Ausländeramt der Stadt Esslingen sind daher mehr als nur ein Ärgernis oder ein Durcheinanderbringen des persönlichen Terminkalenders. Verzögerungen bei der Erledigung der anstehenden Fragen können für die Betroffenen fatale Folgen haben – etwa, dass ein Beschäftigungsverhältnis nicht aufgenommen werden. Unnötig lange Ungewissheit über die eigene Zukunft ist belastend.
Für die Probleme im Bürgerservice Einbürgerung mag es triftige Gründe geben – Personalmangel, die steigende Zahl von Geflüchteten, Überlastung, komplexe Vorschriften oder eine schwierige Rechtslage. Es ist bedauerlich, dass die Stadt Esslingen sich nicht zur Situation äußern möchte und stattdessen auf eine Gremiensitzung in einigen Wochen verweist.
Hilfreich für eine Einschätzung der Lage und ein wichtiges Signal in Richtung der Betroffenen und der vielen ehrenamtlich Tätigen wäre zumindest ein kurzes Statement zu den Gründen für die langen Wartezeiten im Bürgerservice Einwanderung. Ein paar Hinweise auf die Ursachen der langen Schlangen und eine Erläuterung zum Zeitplan könnten bereits dazu führen, den Menschen, die dringend auf den Service angewiesen sind, zumindest eine Perspektive aufzuzeigen und eine persönliche Zukunftsplanung möglich zu machen.
In der Flüchtlingsarbeit Tätige berichten durchaus von Verbesserungen in der Zusammenarbeit mit dem Esslinger Bürgerservice Einwanderung – etwa durch regelmäßige Treffen, Umstrukturierungen oder einen transparenten, offenen Austausch. Ein Weiterbeschreiten dieses eingeschlagenen Weges wäre wünschenswert und sinnvoll.