Ausstellung in Heimsheim Ein ganzer Zoo aus farbigem Glas

Von Doris Alice Caumanns 

Klara Morof zeigt in der Zehntscheune ihre zarten Kunstwerke in Tiffany- und Fusing-Technik.

Typisches Sujet bei Klara Morof: ein Flamingo. Foto: Stadtbibliothek Heimsheim
Typisches Sujet bei Klara Morof: ein Flamingo. Foto: Stadtbibliothek Heimsheim

Heimsheim - Ein zarter Flamingo in charakteristischer Pose, ein Zebra, watschelnde Pinguine, ein Seehund und kecke Fantasievögel bevölkern die Stadtbibliothek in der Zehntscheune: Es sind alles Glasbilder von Klara Morof, die jetzt in Heimsheim zum ersten Mal ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentiert.

Angefangen hat alles nach einem Arbeitsleben im Büro mit einem Kurs in Tiffany-Glaskunst, der in ihr die Leidenschaft zur kreativen Gestaltung entfacht hat.

Seither findet die Heimsheimerin überall Motive für ihre Arbeiten: In der Natur Pflanzen und Bäume – ihr zweites Hobby ist ihr Garten – auf Fotografien Tiere oder auch so allerlei aus ihrer Fantasie, wie etwa ihre „Wurzelkinder“.

Tiffany- und Fusing-Technik

Dabei arbeitet sie mit zwei verschiedenen Techniken: Am Anfang steht immer ein gezeichneter Entwurf, dann wird farbiges, mundgeblasenes Glas ausgewählt. Wie bei dem Schnittmuster einer Schneiderin wird der Papierentwurf auf das Glas gelegt und dann mit einem Glasschneider ausgeschnitten. Scharfe Kanten müssen abgeschliffen werden, anschließend wird Kupferfolie mit dem Glas verlötet, damit es auch ordentlich Halt bekommt – drei bis vier Stunden braucht sie für einen kleinen Vogel schon, sagt die Heimsheimerin.

Neben dieser Tiffany-Technik verwendet sie auch die Fusing-Technik, für die ein Schmelzofen nötig ist. Auf ein farblich passendes Unterglas wird das Motiv geklebt - und dann bei Temperaturen wie in der Hölle (bis zu 1000 Grad) gebrannt.

Originelle Miró-Impressionen

Aber nicht immer ist das, was dann aus dem Ofen kommt, die reine Freude: „Manchmal reißt das Kunstwerk, weil das Glas nicht harmoniert – aber das ist Berufsrisiko.“ Besonders eindrucksvoll sind die Stier-Bilder der Künstlerin nach Entwürfen von Pablo Picasso. Bekanntlich hat der spanische Künstler Picasso in einer Serie die Gestalt eines Stiers schrittweise so reduziert und abstrahiert, bis nur noch ein paar Striche übrig blieben – und dennoch jeder sofort den Stier erkennt. Klara Morof empfindet diese verschiedenen Stadien einfühlsam und mit einer mosaikartigen Gestaltung nach.

Auch ihre Miró-Impressionen sind originell, witzig und entfalten durch das Glas eine sehr besondere Stimmung.

Mit ihrem nächsten Projekt will sich Klara Morof der Gestaltung von Figuren und auch Porträts zuwenden – sie sucht eben immer neue Herausforderungen!