Ausstellung in Stuttgart-Untertürkheim Seit sechs Jahrzehnten ist alles im Fluss

Von Mathias Kuhn 

In seiner aktuellen Ausstellung lädt der Untertürkheimer Bürgerverein ein zu einer Zeitreise. In der Stadtteilbücherei können Besucher erfahren, wie sich der Hafen in den vergangenen 60 Jahren entwickelte.

Mit Begeisterung diskutieren die Ausstellungsbesucher über die Entwicklung des Hafens  in   den vergangenen   60 Jahren. Foto:  
Mit Begeisterung diskutieren die Ausstellungsbesucher über die Entwicklung des Hafens in den vergangenen 60 Jahren. Foto:  

Untertürkheim - Der Neckar bestimmt seit Jahrhunderten das Leben der Menschen in den Oberen Neckarvororten. Früher mehr denn heute. Der einst reißende Fluss wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gezähmt, in einen Kanal gebannt und verlegt. Dies ermöglichte auch den Bau des Stuttgarter Neckarhafens, der dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiert.

Für den Bürgerverein Untertürkheim ist das runde Jubiläum die Gelegenheit, eine Ausstellung über den Neckar, die lange gehegten Wünsche den reißenden Fluss schiffbar zu machen und über den Bau des Hafens zusammenzustellen. „Dabei können wir auf die von der Hafengesellschaft zum 60-jährigen Bestehen konzipierte Ausstellung mit den großen Plakatwänden sowie auf unsere Tafeln zur Geschichte des Hafens zurückgreifen, die wir vor zehn Jahren zum 50-jährigen Geburtstag konzipiert haben“, sagt Bürgervereinsvorsitzender Klaus Enslin. Mit einem Vortrag, der von den ersten Ideen zur Schiffbarmachung des Neckars über die Treidel- und Kettenschifffahrt im 19. Jahrhundert bis zum Bau des Neckarhafens in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ging und natürlich die heutige Bedeutung des Hafens beschrieb, eröffnete er die Ausstellung in der Stadtteilbücherei.

Erinnerungen werden wach

Viele Untertürkheimer, Obertürkheimer, Wangener und Cannstatter kamen zur Vernissage, die die Bauarbeiten und die Entwicklung des Hafens selbst erlebt haben. Sie konnten nun anhand der Fotos, Tafeln und vor allem anhand der Luftaufnahmen des Hafengebiets in den vergangenen sechs Jahrzehnten die Entwicklung des Umschlagplatzes zu einer modernen Logistikdrehscheibe nochmals nachvollziehen. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie es vor dem Hafenbau ausgesehen hat. Wo heute das Containerterminal liegt, waren fruchtbare Äcker und Felder, auf denen meine Verwandten Gemüse und Salate für den Verkauf anbauten“, erzählte ein Obertürkheimer. Ein anderer suchte auf der Luftaufnahme von 1959 verzweifelt nach der Bundesstraße 10. „Die wurde doch erst in den Nachfolgejahren mit dem Durchstich des Neckars in Richtung Plochingen gebaut“, erklärte ihm Peter Vetter. Zusammen mit Klaus Enslin hat er die Ausstellung im Obergeschoss der Stadtteilbücherei Untertürkheim aufgebaut. Sie ist eine interessante Mischung aus Rückschau auf 60 Jahre Stuttgarter Neckarhafen, kombiniert mit Informationen zur Urbarmachung des Neckars in den vergangenen Jahrhunderten.

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