Die Kunsthalle Mannheim ist einer der jüngsten Museumsbauten und lockt derzeit mit ihrer ambitionierten Sonderausstellung „1,5 Grad. Verflechtungen von Leben, Kosmos, Technik“. Foto: dpa/Uwe Anspach
Erst staunen, dann schlemmen: Wir empfehlen aktuell diese fünf sehenswerten Ausstellungen in Baden-Württemberg und darüberhinaus - und geben Tipps für einen kulinarischen Abschluss des Ausflugs.
Der Ausstellungsbetrieb hat wieder so richtig Fahrt aufgenommen. Deshalb lohnen sich derzeit Ausflüge in Museen in Stuttgart, aber auch in anderen Städten Baden-Württembergs. In Mannheim machen Künstlerinnen und Künstler in der Kunsthalle zum Beispiel Vorschläge, wie man die Umwelt retten könnte. Bei Vitra in Weil am Rhein wird dagegen der Garten in all seinen Facetten ins Visier genommen.
Wir zeigen, was sich lohnt – und wo man auch im Anschluss einkehren kann.
1. Kunsthalle Mannheim
Museumsbesuch:Es steht nicht gut um unsere Umwelt. Daran wollen auch einige Künstlerinnen und Künstler etwas ändern. Die Kunsthalle Mannheim hat für ihre ambitionierte Sonderausstellung „1,5 Grad. Verflechtungen von Leben, Kosmos, Technik“ interessante Positionen zusammengetragen, die sich mal poetisch, mal kritisch mit den aktuellen Problemen auseinandersetzen, erfreulicherweise aber auch konstruktiv.
Öffnungszeiten: Di - So und Feiertage 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.
Foto: dpa/Uwe Anspach
Gastronomisches Angebot: Die Kunsthalle Mannheim ist einer der jüngsten Museumsbauten – und hat selbstverständlich auch ein schönes Restaurant, das LUXX. Auf der Terrasse hat man einen schönen Blick auf den Wasserturm und die Jugendstil-Parkanlage.
Öffnungszeiten: Di-Sa 10 bis 24 Uhr, So 10 bis 21 Uhr (Küche jeweils 12 bis 21 Uhr)
Museumsbesuch: Aber, aber, wer wird denn heute noch zur Giftkeule greifen? In den 1960-er Jahren warb ein Hersteller für Pflanzenschutzmittel dagegen noch mit dem Slogan „Glück und Ruh findest du im gepflegten Garten“. Gärten lassen sich aus dem Leben der Menschen nicht wegdenken – und doch ändern sich die Vorstellungen und Ideale, wie ein Garten auszusehen hat. Das Vitra Design Museum schaut näher hin in ihrer Sonderschau „Garden Futures“, in der es um die Geschichte, aber auch zukunftsträchtige Modelle dieses eingezäunten Grüns geht – angefangen bei Gemeinschaftsgärten in Großstädten oder energiearmen Gewächshäusern auf dem Dach.
Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr
Foto: dpa/ Rolf Haid
Gastronomisches Angebot: Das gesamte Areal rund um das führende Designmuseum von Vitra in Weil am Rhein ist absolut einen Besuch wert. Denn hier haben namhafte Architekten wie Tadao Ando, Frank Gehry, Zaha Hadid oder Herzog & de Meuron einzigartige Bauten geschaffen. Im Depot Deli und im Vitra Haus Café (täglich 10 bis 18 Uhr) kann man es sich auch kulinarisch gut gehen lassen.
3. Stadtpalais - Museum für Stuttgart
Foto: Stadtpalais Stuttgart
Museumsbesuch: Wie fließen eigentlich die Verkehrsströme im Stuttgarter Kessel? Und wie kam der Strom in die Landeshauptstadt? „Stuttgarter Stadtgeschichten“ nennt sich die sehenswerte Dauerausstellung im Stadtpalais Stuttgart, die die Geschichte Stuttgarts seit Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart aus vielen Perspektiven beleuchtet. Das Besondere daran: Die Exponate wurden nicht von Reichen, Mächtigen oder Adligen gesammelt, sondern von der Bevölkerung. Unterhaltsam ist die Ausstellung aber auch, weil sie alle Sinne anspricht und extrem kurzweilig inszeniert ist.
Öffnungszeiten:Di-So 10-18 Uhr, Fr 10-22 Uhr
Foto: Stadtpalais Museum für Stuttgart/Saeed-Kakavand
Gastronomisches Angebot: Früher wohnte im Stadtpalais der König von Württemberg. Heute will das Gebäude für das Volk da sein – weshalb die Dauerausstellung zur Geschichte Stuttgarts auch nicht Prunk und Protz des Adels präsentiert, sondern mit Musik, Objekten zum Anfassen, Fotos und ungewöhnlichen Objekten erzählt, was Stuttgart ausmacht. Als das Museum 2018 eröffnet wurde, hat man natürlich auch ans leibliche Wohl des Volkes gedacht - das „Drinnen und Draußen“ bietet regionale Leckereien und einen Mittagstisch an.
4. Science Dome Heilbronn
Foto: Experimenta
Museumsbesuch: Wenn eine Stadt unterschätzt ist, so ist es Heilbronn. Dabei findet sich hier das größte Science Museum Deutschlands. Im Science Dome reisen die Besucher virtuell an unbekannte Orte, es gibt Experimentalshows und Labore, in denen man selbst experimentieren kann.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr
Gastronomisches Angebot: Auch die Innenstadt Heilbronns ist einen Besuch wert mit Cafés und Restaurants am Wasser. Apropos Wasser: Am Seitenarm des Neckars gibt es auch ambitionierte zeitgenössische Kunst wie das knatschrote „One Man House“ von Thomas Schütte (Foto) oder die schwimmenden Kugeln „Making Ripples“ von Ayşe Erkmen vor der Experimenta.
5. Kunsthalle Würth Schwäbisch Hall
Foto: Sammlung Würth
Museumsbesuch: Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken. Gut, dass es da die Kunst gibt, die die Blumenpracht für die Ewigkeit dokumentieren kann. In der Kunsthalle Würth begegnet man einem wahren Blütenmeer – auf Leinwänden. Für die Sonderausstellung „Rosenrot – Grasgrün – Quittengelb. Pflanzengeheimnisse in der Sammlung Würth“ wurde der gigantische Fundus der Privatsammlung durchforstet und allerhand hervorgeholt, was irgendwie mit Blumen zu tun hat. Da gibt es Aquarelle und Ölbilder, Abstraktes und fotorealistisch gemalte Tulpen von Jan Peter Tripp, Verhülltes von Christo, Verfremdetes von Max Ernst. Besonders raffiniert ist die Schau zwar nicht aufbereitet, aber ob Emil Nolde oder Gabriele Münter – hier findet jeder etwas passend zum eigenen Geschmack. Und das Beste: Der Eintritt ist kostenlos.
Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr
Foto: Stiftung Würth
Gastronomisches Angebot: Nicht nur der Shop in der Kunsthalle Würth lädt zum Stöbern ein, auch das Café ist beliebt bei Museumsbesuchern, Touristen und Einheimischen. Hier kann man Kuchen essen und heiße Getränke genießen. Wer „richtig“ essen will, kann ins benachbarte Sudhaus gehen.
Öffnungszeiten: Cafeteria täglich 10-18 Uhr, Sudhaus: Di–Sa 9-22 Uhr, So bis 18 Uhr