Autobombenanschlag in Nordsyrien Verheerende Explosion fordert etliche Tote

Von red/AP 

Verschiedene Quellen berichten von 15 bis 19 Toten. Die Türkei macht die syrisch-kurdische Miliz YPG verantwortlich. Ziel des Anschlags war eine Stadt, die von deren Gegnern - und Ankaras Verbündeten - kontrolliert wird.

Bei dem Autobombenanschlag im Norden Syriens sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Foto: AP
Bei dem Autobombenanschlag im Norden Syriens sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Foto: AP

Beirut - Bei einem Autobombenanschlag im Norden Syriens sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Das Aleppo Medienzentrum sprach von 15 Toten, das türkische Verteidigungsministerium von 18 und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete 19 Tote. Die Explosion ereignete sich in der Stadt Al-Bab, die von mit der Türkei verbündeten Kämpfern kontrolliert wird.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der sich in einer belebten Gegend nahe einer Bushaltestelle ereignete. Das türkische Verteidigungsministerium machte die syrisch-kurdische Miliz YPG verantwortlich. Gegen diese hat die Türkei bereits mehrere Militäroffensiven geführt, 2016 und 2018. Die jüngste begann vor wenigen Wochen.

Die Regierung in Ankara sieht die YPG als Terrororganisation an, mit Verbindungen zu den Separatisten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Südosten der Türkei. Die USA hingegen nutzten die YPG und die von ihnen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte als erfolgreichen Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Türkei will kurdische Kämpfer aus Grenzregion vertreiben

Unterstützt wird Ankara bei seiner Offensive gegen die YPG von syrischen Rebellenkämpfern, denen die Dominanz der Kurden im Grenzgebiet ebenfalls ein Dorn im Auge ist. Bei den Militäroffensiven 2016 und 2018 übernahmen diese Kämpfer die Kontrolle über Teile der Provinz Aleppo, darunter auch die Städte Al-Bab und Afrin.

Die Türkei will die kurdischen Kämpfer mit ihrer Offensive aus der Grenzregion vertreiben. Bisher hat das türkische Militär mit seinen Verbündeten ein Gebiet von 120 Kilometern entlang der Grenze und 30 Kilometer ins Innere Syriens unter seine Kontrolle gebracht.

In den vergangenen Wochen war es zu einer Reihe von Anschlägen im Norden Syriens gekommen. Unter anderem kamen am 2. November in ebenfalls von den türkischen Verbündeten gehaltenen Tall Abjad 13 Menschen durch eine Autobombe ums Leben. Am Montag wurden in Kamischli im Nordosten mindestens sechs Menschen durch drei Autobomben getötet.