Automobilsommer in Mannheim Die Mannheimer wollen etwas Großes

Von Johanna Eberhardt 

Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Mannheimer "etwas Großes" wollten: Ein Werk, das den Autopionier Benz, die Stadt und ihre Innovationskraft gebührend in Szene setzte, erzählt der Komponist. "Mein Ehrgeiz war es, etwas Neues zu schaffen, das möglichst vielen gefällt." Elia gehört nicht zu den Künstlern, die bei Großereignissen die Stirn runzeln. Im Gegenteil: "Ich fühle mich zu Hause, wenn ich mit großem Aufwand und Perfektion etwas machen kann, was vorher noch nie da war", sagt er. "Ich will den Platz am Wasserturm zum Schwingen bringen."

 

Als Sohn eines Baumeisters ist der Musiker in Zypern mit lauten Maschinen und Klängen der Natur groß geworden. Vor allem die Unverwechselbarkeit der Maschinenklänge ist es, die ihn heute reizt und fasziniert. "Es geht mir nicht darum, den gewöhnlichen Klang eines Autos rauszuholen, sondern seine Persönlichkeit", sagt er.

Fahrzeuge gecastet

Für das Mannheimer Auftragswerk hat er 120 verschiedene Fahrzeuge regelrecht "gecastet", um ihre klanglichen Möglichkeiten zu erforschen und aufzuzeichnen. Zu den 80, die am Ende der Aufnahme ins Orchester fanden, gehört selbstverständlich der Patentmotorwagen Nummer eins von 1886 aus der Werkstatt von Carl Benz in Mannheim. Aber auch ein Lanz-Bulldog von 1908 aus der Stadt ist dabei und der Rolls-Royce Silver Shadow, Baujahr 1976, von Thomas Parparth aus Wiesbaden.

Einige der Autobesitzer hatten, nach allem was man hört, anfangs durchaus gewisse Bedenken, dass ihre Raritäten als Schlagwerke herhalten sollen. "Gerade bei älteren Fahrzeugen sollte man ja mit dem Türenschlagen etwas vorsichtiger sein", erklärt Parpath. Aber nachdem Elia ihm und seinen Oldtimer-Club-Kollegen erläutert hatte, worum es geht, war er hell begeistert. "Wenn man an so etwas teilhaben kann, dann ist das eine Ehre", findet er.

400 Großlautsprecher

So dürfte das auch der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) sehen. "Mit der ,Autosinfonic' wollen wir der Welt zeigen, dass eine der revolutionärsten Erfindungen der Geschichte aus Mannheim stammt", sagte er diese Woche zum Auftakt des Probenendspurts. Die Veranstaltung werde "weit über die Stadt und die Region hinausstrahlen und Mannheim als innovative, kulturell attraktive und lebendige Stadt bekannt machen", sagte er.

In den nächsten Tagen werden rund um den Wasserturm 125 Lastwagen vorfahren. Sie liefern die Technik für das Multimediaspektakel mit riesigen Lichtinstallationen des Foto- und Videokünstlers Horst Hamann. 400 Großlautsprecher sollen den vollendeten Rundumsound auf dem ganzen Platz liefern. Johannes Harneit, Chefdirigent der Sinfonietta Leipzig, soll das Ganze leiten und die etwa 300 Akteure des Abends zusammenhalten.