Esslinger Automobilzulieferer Droht bei Eberspächer neuer Stellenabbau?

Eberspächer analysiert eigenen Aussagen nach einzelne Abteilungen. Unter anderem sind Stellen der Abgassparte Purem betroffen. Foto: Roberto Bulgrin

Betriebsrat und IG Metall fordern die Geschäftsführung zu Gesprächen über die Zukunft des Standorts auf.

Reporterin: Greta Gramberg (gg)

Droht ein weiterer Stellenabbau bei Eberspächer in Esslingen? Wie die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat mitteilen, habe die Geschäftsführung die Arbeitnehmervertreter bereits vor zwei Wochen informiert, dass der sogenannte Musterbau, in dem Prototypabgasanlagen hergestellt werden, geschlossen werden soll. Mitarbeitern würden Aufhebungsverträge angeboten. Den Angaben zufolge stehen 63 Stellen im Musterbau und weiteren Bereichen zur Disposition. Der Konzern bestätigte dies nicht, sondern spricht von internen Analysen einzelner Abteilungen.

 

Betriebsrat fordert Verhandlungen über Sozialplan

Die Arbeitnehmervertreter treten nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen am vergangenen Montag in dieser Zeitung erschienen Artikel an die Öffentlichkeit. Darin hatte Martin Peters, der geschäftsführende Gesellschafter von Eberspächer, gesagt, ein kurzfristiger oder gar umfangreicher Personalabbau in Esslingen sei nicht geplant. „Uns als Betriebsrat stellt sich die Frage, wie dies mit den aktuellen Entwicklungen am Standort zusammenpasst“, so Fatih Demirkol, Vorsitzender des Standortbetriebsrats. „Es herrscht sehr große Unsicherheit in der Belegschaft.“ Der Betriebsrat will Verhandlungen über einen Sozialplan. Er fordert die Firmenspitze zu Gesprächen auf, wie der Standort zukunftsfähig aufgestellt und Beschäftigung gesichert wird. In der Belegschaft befürchte man, dass der Stellenabbau in Esslingen voranschreitet, nachdem die Produktion von Standheizungen 2021 geschlossen worden ist.

Eberspächer teilte mit, man stelle sich im Rahmen der Transformation marktorientiert, wettbewerbsfähig und somit zukunftsgerichtet auf. „Esslingen wird dabei der zukunftsfähige und wettbewerbsfähige zentrale Standort der Unternehmensgruppe.“ In einzelnen betrieblichen Funktionen im Abgas-, Klimatisierungs- und Heizungsbereich würden auf individueller Ebene Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Insgesamt würden bis zu 63 Stellen – und nicht Mitarbeiter – in verschiedenen Geschäftsbereichen betrachtet. Man befinde sich in der Analyse, wie diese Anpassung vorgenommen werden könne, unter anderem mit Weiterbeschäftigung von Mitarbeitenden in anderen Bereichen oder Weiterqualifizierung.

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