B295 bei Renningen Die Wand macht den Lärmschutz teurer

Von Kathrin Klette 

680 000 Euro kostet das Projekt für das Wohngebiet Kindelberg. Anwohner sind froh, dass es vorangeht.

Zwischen Brücke und Feldweg gibt es schon einen Lärmschutzwall, daran werden sich ein neuer Wall und eine Gabionenwand anschließen. Foto: factum/Granville
Zwischen Brücke und Feldweg gibt es schon einen Lärmschutzwall , daran werden sich ein neuer Wall und eine Gabionenwand anschließen. Foto: factum/Granville

Renningen - Die Planungen für den neuen Lärmschutzwall an der B 295 auf Höhe des Wohngebiets Kindelberg liegen in den letzten Zügen. Erst im Technischen Ausschuss, dann auf einer Info-Veranstaltung für betroffene Bürger am Donnerstag, stellten die Stadtverwaltung und das beauftragte Ingenieurbüro Schädel die Pläne vor. Am Mittwoch fällt der Gemeinderat die endgültige Entscheidung über das Projekt. Das wird noch einmal deutlich teurer als erhofft, weil auch eine Lärmschutzwand vonnöten ist.

Das Wohngebiet Kindelberg im Süden Renningens liegt sehr dicht an der Bundesstraße. Entsprechend groß sind dort die Klagen über Verkehrslärm. Doch die gesetzlichen Grenzwerte werden nicht überschritten, weshalb das Regierungspräsidium selbst nie tätig geworden ist. Allerdings hat die Stadt die Erlaubnis erhalten, dort selbst für Lärmschutz zu sorgen. In Teilen ist das schon geschehen. Zum einen hat die Stadt, als die B 295 saniert wurde, viel Geld in lärmmindernden Asphalt investiert. Das ergab bereits eine Verbesserung um fünf Dezibel, wie die Verwaltung berichtet. Zum anderen wurde schon vor einiger Zeit – allerdings von privater Seite – ein Lärmschutzwall angelegt. Er beginnt in etwa bei der Brücke über die B 295 und endet weiter südwestlich an der Einfahrt zu einem Feldweg parallel zur Bundesstraße. An diesen Wall wird der neue beziehungsweise die neue Lärmschutzwand anschließen und bis zum Wald fortgesetzt. Beides wird nach den Berechnungen des Ingenieurbüros eine Erleichterung um weitere fünf Dezibel bringen.

Lärmschutz auf 350 Metern Länge

Das Projekt hatte sich lange verzögert, da sich die Grundstücksverhandlungen als sehr schwierig erwiesen. Letztlich konnte die Stadt auch nicht alle für einen durchgängigen Wall nötigen Flächen erwerben. Deshalb wird der Lärmschutz auf etwa der Hälfte der 350 Meter langen Strecke durch eine Gabionenwand erreicht. „Jetzt sind fast alle Grundstücksverhandlungen durch“, berichtete Bürgermeister Wolfgang Faißt im Technischen Ausschuss.

Mit der Wand konnten sich die Ratsleute noch gut anfreunden. Was ihnen allerdings gar nicht schmeckte, war die Forderung des Landes, entlang der Fahrbahn zwischen Straße und Wall noch einen 2,50 Meter breiten Pflegestreifen freizulassen. Das sei natürlich nicht besonders günstig, sagte Bernhard Schädel vom Ingenieurbüro. Schließlich ist der Lärmschutz dann am besten, wenn die Wände direkt an der Fahrbahn stehen. „Doch das ist die Auflage vom Regierungspräsidium.“ Bei dieser Forderung geht es unter anderem darum, dass der Wall für Pflegearbeiten erreichbar ist, ohne dass die B 295 blockiert wird. Als Ausgleich für den zusätzlichen Abstand zur Straße soll der Wall entsprechend höher werden, nach Wunsch der Stadt sechs Meter. Das muss mit dem RP aber noch geklärt werden.

Kosten liegen bei 680.000 Euro

In der Bürgerveranstaltung, bei der auch einige Ratsleute anwesend waren, konnten die Sorgen bezüglich des neuen Abstands aber weitgehend zerstreut werden. Vor allem die Mitglieder der Interessengemeinschaft Burg-Hummelbaum-Kindelberg waren zufrieden mit der Entwicklung und damit, dass es nun endlich vorangeht. Gleichzeitig forderten sie Stadt und Gemeinderat auf, sich von nun an verstärkt auch für einen Lärmschutz für die Wohngebiete Burg und Hummelbaum einzusetzen.

Die Kosten für das Projekt liegen voraussichtlich bei 680 000 Euro. Das meiste Geld fließt in die Lärmschutzwand, nämlich 500 000 Euro. Das Material für den Wall gibt es quasi umsonst, es handelt sich dabei um Aushubmaterial aus einem Tunnelbau bei Darmstadt. Nach einem positiven Ratsvotum soll der Bau noch im Juni beginnen, im Oktober soll alles fertig sein. Der straffe Zeitplan hat seinen Grund: Um Bundesfördermittel in Höhe von 150 000 Euro zu bekommen, muss die Maßnahme bis zum Jahresende abgerechnet sein.




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