B295 in Renningen Der Lärmschutz ist beschlossene Sache

Von Kathrin Klette 

Der Gemeinderat befürwortet das Projekt für den Kindelberg. Die Arbeiten beginnen bald.

Zwischen dem Waldrand und dem bereits bestehenden Erdwall (im Hintergrund, mit Büschen bewachsen) entsteht bald der neue Lärmschutz. Foto: factum/Granville
Zwischen dem Waldrand und dem bereits bestehenden Erdwall (im Hintergrund, mit Büschen bewachsen) entsteht bald der neue Lärmschutz. Foto: factum/Granville

Renningen - Das Wohngebiet Kindelberg in ­Renningen bekommt seinen ­Lärmschutzwall. Im Technischen Ausschuss hatten sich die Renninger Politiker noch nicht auf eine Meinung festlegen lassen. Zuerst wollten sie abwarten, wie die betroffenen Bürger den neuen Plan aufnehmen. Nachdem die Resonanz bei der anschließenden Bürgerinformationsveranstaltung positiv ausgefallen war, fiel auch im Gemeinderat der Beschluss einstimmig, den Lärmschutzwall, beziehungsweise die Lärmschutzwand entlang der B 295 im ­Süden von Renningen bauen zu lassen. Inzwischen hat auch das Regierungspräsidium die Pläne abgesegnet, sodass dem Bau nichts mehr im Wege steht.

Schwierige Grundstücksverhandlungen hatten das Projekt geprägt. Doch nun steht der Plan: Zwischen dem bereits bestehenden Lärmschutzwall südlich des Kindelbergwegs und dem Waldrand wird etwa zur Hälfte ein neuer Wall mit fünf Metern Höhe entstehen, zur anderen Seite eine Lärmschutzwand mit vier Metern Höhe. Wegen der Grundstücksproblematik war kein durchgängiger Wall möglich. Da das Material für einen Wall weitgehend kostenlos ist, wird das Projekt durch die Wand deutlich teurer. Insgesamt kommt es auf 680 000 Euro. 150 000 Euro erhält die Stadt als Fördergeld vom Bund – sofern das Projekt bis Jahresende abgerechnet ist.

Es bleibt bei fünf Metern für den Wall

Diskutiert wurde im Vorfeld noch die Höhe des Walls. Der hätte ursprünglich eigentlich niedriger sein sollen. Wegen einer Vorgabe des Landes muss er jedoch weiter von der Straße entfernt stehen. Und je weiter der Wall von der Lärmquelle entfernt ist, desto höher muss er sein, um den gleichen Effekt zu erzielen. Eigentlich hatte sich die Stadt sogar sechs Meter gewünscht, das ging dem Regierungspräsidium allerdings zu weit. „Am Mittwoch fand eine Besprechung beim Regierungspräsidium statt“, berichtet der Stadtbaumeister Hartmut Marx. „Hier sind die fünf Meter Höhe noch einmal bekräftigt worden, auch unter dem Gesichtspunkt, dass eine Erhöhung des Walls um einen Meter nur eine sehr geringe Verbesserung der Lärmdämpfung ergeben würde.“

Keine Eidechsen oder Haselmäuse

Lange Zeit standen auch noch einige Fragezeichen hinter dem Artenschutz. „Der bisherige Böschungsrand der B 295 und die Feldwegeränder legten den Verdacht nahe, dass hier Eidechsen und Haselmäuse leben könnten“, so Marx. „Deshalb haben wir untersuchen lassen, ob und wie viele Tiere dort leben könnten.“ Die Untersuchung über einen Zeitraum von einem Jahr habe aber ergeben, dass dort keine Tiere dieser Arten vorkommen.

Der Lärmschutzwall soll aber so gestaltet werden – mit Blühpflanzen und Magerrasen auf der Südseite und Wiesenpflanzen, Baum- und Buschgruppen auf der Nordseite –, „dass diese geschützten Arten dort eine Heimat finden könnten“. Der Bau des Walls wird allerdings Auswirkungen auf den geplanten Blitzer haben, den der Landkreis auf Wunsch der Stadt Renningen für diesen Bereich genehmigt hat. Mit dem Einbau sollte man bis zum Ende der Bauarbeiten warten, lautete der Rat des ­Ingenieurbüros Schädel. „Aber im April drehen die Biker wieder voll auf“, erinnerte Ratsmitglied Reinhard Händel (SPD) und bat darum, die Säule schon vorher auf­zustellen. Das Problem ist jedoch: „Die ­Anlagen sind sehr empfindlich“, erklärte Ingenieur Wolfram Schädel. Wenn dort mit schwerem Gerät gearbeitet werde, könnten die Messgeräte Schaden nehmen.




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