Im Bauhof der Gemeinde hat das Osterbrunnenteam seine logistische und kreative Heimat. In zahlreichen Schränken werden die bunt bemalten Eier in Kisten aufbewahrt, die sorgsam nummeriert sind. An kleinen Bügeln hängen die zahlreichen Schleifen, die eine wichtige Rolle bei der Dekoration spielen. Werkzeug und was sonst noch alles gebraucht wird, ist geordnet zu finden und derzeit im vollen Einsatz.
Das Osterensemble besteht aus gut 13 000 Eiern
Dieser Tage ist das Osterbrunnenteam wieder bei der Arbeit. Ein großer Reisighaufen weist den Weg, schon außerhalb der Halle im ehemaligen Mineralbrunnengebäude. Ein bereits mit Thuja-Grün bestückter Bogen wartet darauf, mit Eiern geschmückt zu werden – und zwar die mit dem „Lila-Ton“. Insider kennen diese Bögen, von denen es mehrere gibt. Sie standen einst in der Badstraße vor der Schlosserei Meyer.
Die Brunnenkrone als Herzstück der Osterdekorationen ist derzeit der reinste „Eier-Fresser“. Die große Krone und die kleinere, später noch aufgesetzte Krone „verzehren“ gemeinsam gut tausend Eier. Insgesamt wird das gesamte Osterensemble 2024 gut 13 000 Eier beinhalten.
Bis ein Ei zum Dekorationsobjekt wird, vergehen rund 45 Minuten, verraten die aktiven Senioren. Der Großteil von ihnen ist im Alter von rund 80 Jahren noch sehr aktiv. Zwei 70 Jahre alte Frauen gehören zur „Welpen-Truppe“. Der Spaß, die Gemeinschaft und das Herzblut für den Osterbrunnen eint sie alle. Über zwei aktive Herren in ihrer Mitte freuen sich die Seniorinnen zudem. Gerne würden sie ihre Erfahrung und ihr Wissen an weitere, vor allem an jüngere Helfer weitergeben.
Im Bauhof steht der „Tulpenbaum“, dem sich Heidi Pachner widmet. Sie wird an diesem Nachmittag das trockene Vorjahresgestrüpp entfernen und frisches Thuja-Grün anbringen. „Die Eier sind wie Tulpen bemalt“, verrät Karin Di Mauro, die zu fast jedem Ei etwas sagen kann. Sie weist auf den Bogen hin mit dem großen „M“ in der Mitte. Da gibt es schwarz bemalte Eier, die die anderen Eier hervorstechen lassen. Zahlreiche Kisten stehen im Arbeitsbereich des Osterbrunnenteams herum. Gefüllt mit einfarbigen Eiern und verzierten Eiern. „Oh, der Hahn ist tot“, ruft Karin Di Mauro plötzlich und bedauert sichtlich, dass ein Schaden am schön bemalten „Hahn-Ei“, entstanden ist. Kein Problem – das Ei ist noch reparabel und bekommt noch eine Extrabehandlung. Auch hierfür wird Zeit aufgewendet. Eierschwund komme immer mal wieder vor. Weniger beim Aufbau, eher beim Abbau, wissen die Ehrenamtlichen aus Erfahrung.
Viel Bastelmaterial muss gekauft werden
Die Eier aus der Anfangszeit der Osterbrunnen-Tradition, also um 1998 herum, werden langsam porös. Neue Eier wären vonnöten. Das Osterbrunnenteam freut sich immer über eine Spende von ausgeblasenen Eiern. Egal, wie viele – Hauptsache sauber ausgeblasen und unbeschädigt. Abgegeben werden können sie das ganze Jahr über bei Ingeborg Schütz oder bei Irmgard Emanuelsson. Die Ausbesserungsarbeiten und die neue Bemalung werden dann unterm Jahr vorgenommen, so wie es die Zeit und die Kreativität zulassen.
Vor Ostern heißt es allerdings, sich zu sputen. Knapp vier Wochen wird Thuja-Grün geschnitten, gekranzt, gebunden und gesteckt. „Die Platte, auf der das Spendenkässchen befestigt ist, bekommt noch einen neuen Anstrich, bevor es hoffentlich kräftig gefüllt wird“, verrät Irmgard Emanuelsson. Die Einnahmen werden investiert in all das Bastelmaterial, das gekauft werden muss.
Drei Wochen Osterdekoration im Kurpark
Herzblut
Gemeinsam mit dem Ostermärktle geht es in Bad Überkingen am Palmsonntag los. Drei Wochen lang ist die Osterdekoration im Kurpark zugänglich. „Wir bemühen uns jedes Jahr, ein wenig Veränderung in die Präsentation zu bringen“, heißt es vom Osterbrunnenteam. Zu entdecken ist, wie viel Herzblut und Arbeit in der kreativen Arbeit der ehrenamtlich tätigen Senioren steckt.
Brauchtum
Mal größer und mal kleiner gibt es Osterbrunnen im Kreis Göppingen. Die Landfrauen von Bad Boll pflegen dieses Brauchtum auch schon lange. In der Coronazeit haben sie mit Abstand, Maske und in kleiner Besetzung geschafft. Brauch ist ein Osterbrunnen auch in Faurndau vor der Stiftskirche oder in Dürnau auf dem Brunnen vor dem Rathaus