Baden-Württemberg 5 besondere Kleinstadtperlen für einen Kurztrip

Meersburg am Bodensee – eine der Kleinstadtperlen in Baden-Württemberg. Foto: Imago

Abseits der großen Citys gibt es in Baden-Württemberg viele schöne Kleinstädte. Die Reise-Bloggerin Nina Herold empfiehlt fünf ganz besondere Perlen. Es geht um Romantik, Ruinen und märchenhafte Landschaften.

Baden-Württemberg: Lea Krug (lkr)

Nina Herold aus Pforzheim hat sich als Reise-Bloggerin besonderen Städten in Deutschland verschrieben. Die 44-Jährige hat ein Faible für Fachwerk, altes Gemäuer, Burgen und historische Altstädte. Während andere Reiseblogger aus Thailand, Neuseeland und Co. berichten, reist sie innerhalb des Landes und schreibt darüber für ihren Blog Ninas Fachwerkliebe.

 

Sie ist vor allem gerne abseits der großen Städte auf die Kleinstadtperlen. Bei ihr geht es um Romantik, Ruinen und Märchen. Fünf Perlen in Baden-Württemberg haben es ihr dabei besonders angetan.

Ladenburg – eine der ältesten Städte Deutschlands

„Das ist eine ausgesprochen schöne Fachwerkstadt“, sagt Nina Herold über Ladenburg im Rhein-Neckar-Kreis. Die 11500-Einwohner-Stadt liegt am Neckar, in der Nähe von Heidelberg. „Die Stadt ist eine alte Römerstadt, später war der Ort auch Sitz der Bischöfe von Worms“, sagt Herold über die Bedeutung der Stadt. Besonders schön heute noch: der Marktplatz und der Marienbrunnen, umsäumt von Fachwerkhäusern. „Es gibt viele romantische Gassen“, erzählt die 44-Jährige.

Die Neckarwiese lädt außerdem für Spaziergänge ein, so die Bloggerin. Vor allem im Sommer sei hier viel los. „Über den Landungssteg hat man einen besonderen Blick auf den Neckar“, sagt Herold. Mit „Ladenburg Inside“ bietet die Stadt außerdem einen digitalen Stadtführer, um die Stadt und ihre Geschichte zu erkunden. Er ist als App für Smartphones verfügbar.

Wertheim – Romantik pur

Im Norden Baden-Württembergs gelegen befindet sich mit Wertheim eine weitere Perle. Über der am Main gelegene Kleinstadt thront mit der Burg Wertheim eine der ältesten Burgruinen des Südwestens. „Das ist Romantik pur. Es gibt einen tollen Rundweg“, schwärmt Herold. Schon im 19. Jahrhundert sei die Stadt für ihre romantische Seite bekannt gewesen, heute ziehe es viele internationale Touristen in die Stadt.

„Außerdem gibt viele schöne Straßencafés“, erzählt Herold von ihrer Reise. Neben der Burg und den besonderen Gassen ist die Kleinstadt auch für das Kloster Bronnbach, etwas außerhalb der Innenstadt gelegen, bekannt.

Blaubeuren – mehr als der Blautopf

Sicherlich eines der beliebtesten Postkartenmotive in ganz Baden-Württemberg: der Blautopf bei Ulm. Doch nicht nur die blau-grün leuchtende Karstquelle ist ein Besuch wert. Auch der malerische Ort Blaubeuren, in dem sie liegt, ist eine wahre Kleinstadtperle. „Dort ist märchenhaft und mystisch“, schwärmt Herold. Sie empfiehlt Besucherinnen und Besuchern den Altstadtrundgang, der rund 1,5 Kilometer durch den Ort führt. Vorbei geht es etwa am Gerberviertel, einem Kloster und am hohen Wil, einem Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert.

Wer sich für die Geschichte der Menschheit interessiert, dem rät Nina Herold außerdem zum Besuch der Venus vom Hohlefels – eine kleine Figur aus Elfenbein, die zu den ältesten Darstellungen des menschlichen Körpers überhaupt gehört. Sie befindet sich mit ähnlichen Stücken im Urgeschichtliches Museum Blaubeuren. „Insgesamt ist ein Ausflug zum Blautopf und auf die Schwäbische Alb einfach ein tolles Gesamtpaket“, sagt Herold.

Gengenbach – Filmkulisse und „ursprüngliche Stadt“

Gengenbach im vorderen Kinzigtal im Schwarzwald gehört für Herold mit seinen Fachwerkhäusern, einem alten Turm und Bürgerhäusern ebenfalls auf die Liste der besonderern baden-württembergischen Kleinstädte. „Das ist eine sehr ursprüngliche Stadt“, so Bloggerin Herold über den Ort. Das fanden offenbar auch die Macher des Films „Charlie und die Schokoladenfabrik“, in dem die Stadt ebenfalls kurz gezeigt wird. Besonders beliebt unter Besucherinnen und Besuchern: die Engelgasse. Hier reiht sich ein Fachwerkhaus an das nächste.

Auch für Wanderungen ist die Region um Gengenbach bestens geeignet, unter anderem ganz in der Nähe: das Lothardenkmal am Siedigkopf. Die Skulpturengruppe aus Sturmholz erinnert an den starken Orkan vom 26. Dezember 1999.

Meersburg – mediterrane Perle am Bodensee

„Meersburg ist für mich die Perle am Bodensee“, sagt Bloggerin Herold über die 5000-Einwohner-Stadt. Im Frühjahr und Sommer verströmten Palmen am See ein echtes mediterranes Flair. „Vor allem der Sonnenuntergang ist wirklich schön“. Kein Wunder, dass der Bodensee auch das schwäbische Meer genannt wird. „Bei guter Sicht kann man bis zu den Schweizer Alpen blicken.“ Doch nicht nur der Blick in die Ferne sei besonders. Auch die mittelalterliche Burg, die als älteste noch bewohnte Deutschlands gilt, sei besonders. „Zugbrücke, eine alte Küche und knarzende Dielen, das ist alles sehr beeindruckend“, sagt Herold. In Meersburg kann man außerdem nicht nur gut Wein trinken, sondern im Vineum Bodensee – einem Museum – auch die Geschichte des Weinbaus erkunden.

Doch weil der Ort wirklich beliebt ist und viele Touristen aus der ganzen Welt anzieht, empfiehlt Herold den Besuch aber unter der Woche. „Dann ist es die absolute Kleinstadtperle“, sagt sie.

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