Aus Baden-Württemberg wurden in den vergangenen zwei Jahren nur etwa halb so viele Menschen in ihre Heimatländer oder Drittstaaten zurückgeschickt wie üblich. Die Gründe dafür.

Wegen der Corona-Pandemie sind in den vergangenen beiden Jahren deutlich weniger Menschen aus Baden-Württemberg in ihre Heimatländer oder Drittstaaten abgeschoben worden als zuvor. Es seien nur etwa halb so viele Menschen in ihre Heimatländer oder Drittstaaten zurückgeschickt worden wie eigentlich üblich. „Die Rückführungsmöglichkeiten waren aufgrund der weltweiten pandemischen Lage maßgeblich eingeschränkt“, sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen Justizministeriums. Nach wie vor gebe es viele Einschränkungen und Flugausfälle, auch könne in einige Länder wegen des Ukraine-Kriegs nicht abgeschoben werden. Der SWR hatte zuerst über die Zahlen berichtet.

Laut Ministerium gab es im vergangenen Jahr 1328 Abschiebungen, im Jahr zuvor mussten 1362 zurück. Im Jahr 2019 waren es insgesamt 2648, 2018 sogar 3018 Menschen. Wegen des „Staus“ leben laut Ministerium derzeit rund 35 000 Ausländer in Baden-Württemberg, die eigentlich abgeschoben werden sollen. Die meisten von ihnen stammen aus Gambia (5016), Nigeria (4333), dem Irak (4240) und Afghanistan (3006).