Bahnchaos nach Kabelbrand Tausende Pendler sind betroffen

Von StZ, dpa, dapd 

Der Kabelbrand am Rosensteintunnel hat für große Probleme im S-Bahn-Verkehr gesorgt. Nun soll es erste Hinweise auf einen Anschlag geben.

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Stuttgart -  Nach dem Kabelbrand in einem Stuttgarter Bahntunnel geht die Polizei dem Verdacht der Brandstiftung nach. Ermittler durchsuchten am Freitagnachmittag die Wohnung eines Beschuldigten. Experten nahmen den Brandort unter die Lupe. „Ein Brandmittelspürhund der Polizeihundeführerstaffel schlug zwar an, eine genaue Zuordnung eines möglicherweise verwendeten Brandbeschleunigers steht noch aus“, teilte die Polizei mit.

Das Feuer war am Morgen gegen 4.00 Uhr am Tunnel ausgebrochen. Die Bundespolizei wies Spekulationen zurück, dass Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 das Feuer gelegt hätten. „Dazu liegen uns keine Hinweise vor“, sagte ein Sprecher am Freitagnachmittag. „Es liegt kein Bekennerschreiben oder dergleichen vor, das darauf hinweist, dass es sich um eine Aktion von S21-Gegnern handelt.“

Der Kabelbrand hat am Freitagmorgen im Berufsverkehr zu massiven Problemen auf den Gleisen geführt. Betroffen waren nach Angaben der Bahn vom Freitag einige tausend Reisende. Geduld war vor allem während der Hauptverkehrszeit bei Pendlern der S-Bahn-Strecken S1 bis S3 gefragt.

Weil die Reparaturarbeiten nach einem Kabelbrand im Tunnel zwischen Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof noch voraussichtlich bis Sonntagabend andauern, kommt es nach Angaben des VVS zu folgenden Fahrplanänderungen: Alle zehn Minuten fährt entweder die S1, die S2 oder die S3 die Haltestellen an. Die einzelnen Linien fahren jeweils alle halbe Stunde. Die Züge, die während des Berufsverkehrs am Freitag im 15-Minuten-Takt fahren, entfallen. Am Samstag entfallen die Züge der S1, die zwischen Esslingen und Schwabstraße den 15-Minuten-Takt bilden. Die S4, S5 und S6 fahren ohne Einschränkungen.

Auch im Regionalverkehr dauern die Einschränkungen an

Die Linien R1, R2 und R8 fahren nur bis/ab Bad Cannstatt, die R3 wird ab Backnang ohne Halt über Marbach zum Hauptbahnhof umgeleitet. Vorübergehend muss noch mit Verspätungen und einzelnen Zugausfällen gerechnet werden. Reisende müssen deutlich mehr Zeit einplanen, sagte ein Bahn-Sprecher am Morgen. Die Behinderungen sollen nach Bahnangaben bis Montag früh beseitigt sein.

Die Ursache für die Störung ist der Brand eines Steuerungs- und Signalkabels im Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Bad Cannstatt. Über dieses Kabel werden nach Auskunft eines Bahn-Sprechers die Signale gesteuert und die Weichen gestellt. Derzeit arbeiten Techniker an der Beseitigung des Schadens.

Die Störung wirkte sich auch auf den Fernverkehr aus

Fahrgäste in IC- und ICE-Zügen, die von Ulm und München in Richtung Stuttgart unterwegs sind, fahren über Stuttgarter Hauptbahnhof und halten zusätzlich in Esslingen. Züge, die aus Richtung Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg in Richtung Ulm/München unterwegs sind, halten dagegen nicht am Hauptbahnhof in Stuttgart. Sie werden über die Güterumfahrungsstrecke Stuttgart-Münster umgeleitet. Ersatzhaltestellen sind die Stationen Vaihingen (Enz) und Esslingen.

Die IC-Linien 60 (Strasbourg, Karlsruhe, Stuttgart, München) und 62 (Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart, München) halten aufgrund der Störungen zusätzlich in Ludwigsburg. Dort gibt es Anschluss an das S-Bahn-Netz.

Im Regionalverkehr fahren die Regional-Express-Züge aus Richtung Tübingen, Ulm, Aalen, die Interregio-Express-Züge aus Richtung Lindau/Friedrichshafen und die Regionalbahnen aus Richtung Geislingen (Steige) in Bad Cannstatt ab beziehungsweise ist es die Endstation.

Die Interegio-Express-Züge aus Richtung Sigmaringen/Tübingen sowie die Regionalbahn aus Ulm fährt in Stuttgart-Untertürkheim ab. Darüber hinaus werden die Regional-Express-Züge aus Richtung Nürnberg sowie aus Richtung Schwäbisch-Hall-Hessental über Backnang/Marbach nach Stuttgart Hauptbahnhof umgeleitet. Die Züge halten außerdem nicht in Waiblingen, Winnenden und Stuttgart-Bad-Canstatt.

 

 

 

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