Bahnhof Feuerbach Die Pendler müssen Umwege in Kauf nehmen

Von geo 

Die Bürgervereinsvorsitzende Ruth Maier hat sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Fritz Kuhn gewandt und kritisiert in dem Schreiben, dass die Umbaumaßnahmen am Bahnhof Feuerbach im Zuge von Stuttgart 21 zu „massiven Verschlechterungen“ für S-Bahn-Nutzer, Stadtbahnfahrer, Fußgänger und Radfahrer führen.

Bisher gab es am Bahnhof Feuerbach drei Fußgängerunterquerungen, eine davon mit direktem Zugang zu den Bahnsteigen. Künftig gibt es nur noch zwei Passagen. Foto: Georg Friedel
Bisher gab es am Bahnhof Feuerbach drei Fußgängerunterquerungen, eine davon mit direktem Zugang zu den Bahnsteigen. Künftig gibt es nur noch zwei Passagen. Foto: Georg Friedel

Feuerbach - Die Bürgervereinsvorsitzende Ruth Maier hat sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Fritz Kuhn gewandt und kritisiert in dem Schreiben, dass die Umbaumaßnahmen am Bahnhof Feuerbach im Zuge von Stuttgart 21 zu „massiven Verschlechterungen“ für S-Bahn-Nutzer, Stadtbahnfahrer, Fußgänger und Radfahrer führen. Betroffen von den baulichen Veränderungen seien all diejenigen, die von Feuerbach-West nach Feuerbach-Ost in das Industriegebiet müssen und diesen Bereich queren. Denn bisher standen tausenden von Pendlern, die tagtäglich mit Bussen oder Bahnen morgens dort ankommen, drei Fußgängerunterführungen zur Verfügung: „Künftig gibt es nach den bisherigen Planungen der Deutschen Bahn nur noch zwei Unterquerungen. Und keine von beiden Passagen hat einen direkten Zugang zu den Bahnsteigen 1 und 2“, sagt die Bürgervereinsvorsitzende Ruth Maier. Einer der drei Durchlässe befand sich früher im Bahnhofsgebäude selbst. „Es gab zwei Ein- und Ausgänge im Bahnhofsgebäude für die Bahnsteige 1 und 2. Diese Ost-West-Achse war auch fußläufiger Durchgang für die ÖPNV-Nutzer und Fußgänger“, so Maier. Nach den Umbaumaßnahmen werde es in Zukunft nur noch einen Ein- und Ausgang von Westen mit Zugängen zu den Bahnsteigen 1 und 2 im Bahnhofsgebäude geben: „Der Osteingang wurde bereits geschlossen“, betont die Bürgervereinsvorsitzende.

Osteingang muss zubetoniert werden

Der technische Grund für diese Maßnahme ist, dass die oberirdischen Fernbahntrassen in diesem Bereich so weit abgesenkt werden, dass der Osteingang komplett zubetoniert werden muss. Gleiches gilt für die Passage in Höhe der Kremser und Kruppstraße, die ebenfalls der Tieferlegung der ICE-Gleise zum Opfer fällt. Wer also in Zukunft zu Fuß oder mit dem Rad von Feuerbach-West nach -Ost muss, kann entweder den neuen Bahndurchlass etwa in Höhe des Kreisverkehres auf dem Bahnhofsvorplatz nehmen oder den Bürgersteig benutzen, der unter dem Bahnübergang Borsigstraße auf Höhe der Kreuzung Borsig-/Siemensstraße hindurchführt. „Die Pendler müssen täglich bis zu 250 Meter Umweg in Kauf nehmen, um ihren Arbeitsplatz im Gewerbegebiet Ost zu erreichen“, schreibt Maier im Brief.

Zeitverlust für Pendler

Für Arbeitnehmer, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen und in Feuerbach aus- oder einsteigen, bedeute die neue Situation einen deutlichen Zeitverlust. Deshalb hat die Bürgervereinsvorsitzende auch die Arbeitnehmervertreter mehrerer Großbetriebe im Umfeld des Feuerbacher Bahnhofs angeschrieben. Denn nicht nur aus ihrer Sicht sei mit einem geringen Mehraufwand an Kosten eine Verbesserung der Situation erreichbar: „Zur Entzerrung und Verkürzung der Wege könnte der Bau zweier zusätzlicher Aufgänge von der neuen Unterführung zu den Bahnsteigen 1 und 2 und der Bau eines Aufgangs zum Bahnsteig 2 von der alten Unterquerung Kremser Straße beitragen“, sagt Maier. Entsprechende Entwürfe habe bereits Dietrich Kurz vom Arbeitskreis „Städtebauliche Entwicklung“ des Zukunftsforums ausgearbeitet. Vertreter der Deutschen Bahn hatten zuletzt bei einer Informationsveranstaltung in der Festhalle, aber auch im Bezirksbeirat, eine Umplanung abgelehnt. Das Planfeststellungsverfahren sei abgeschlossen und darin seien keine Aufgänge von der neuen Unterführung auf die Bahnsteige vorgesehen. Eine Änderung der Planung sei entsprechend aufwändig.

Die Bürgervereinsvorsitzende Ruth Maier hält dieser Argumentation in dem Brief den Hinweis entgegen: „Nachbesserungen oder Änderungen an bestehenden Bauwerken sind viel teurer als moderat eingeplante Änderungen und Verbesserungen im Vorfeld zum Wohle der ÖPNV-Nutzer und Fußgänger.“

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