Rund 50 Taxifahrer sind täglich im Einsatz, zu den drei Fahrzeugen auf dem Bahnhofsvorplatz kommen noch bis zu 20 hinzu, die in der Schlange hinter dem Bahnhof stehen. „Dort ist die Situation gleich, es gibt keinen Schatten“, erklärt Raisch. Erst kürzlich sei ein Kollege umgekippt, man habe den Rettungswagen gerufen.
Die Taxifahrer in Göppingen, die neben anderen Berufsgruppen unter den Hitzeextremen leiden, wünschen sich eine Unterstellmöglichkeit, nicht nur als Sonnenschutz, sondern auch, um beispielsweise ganz in der Nähe ihrer Fahrzeuge etwas zu essen und zu trinken. „Das dürfen wir in den Fahrzeugen nämlich nicht“, erklärt die Sprecherin der Taxifahrer. Die Dienstleister haben auch Lösungsideen: Eine Holzhütte etwa schwebt ihnen vor, ausgestattet mit Bänken und einem Tisch. „Das könnten wir sowohl im Sommer als auch bei schlechtem Wetter und im Winter, als Kälteschutz, nutzen“, meint Sezin Raisch.
Ein Toilettenwagen ist ebenfalls ein Wunsch
Auch ein Toilettenwagen, der bei der Glasüberdachung am Bahnhofsgebäude platziert werden könnte, wäre eine Verbesserung. Wer auf die Toilette müsse, könne zwar die Sanitäranlagen im Bahnhofsgebäude benutzen, sagt Raisch. Aber der Weg sei weit, die Toilette sei im Untergeschoss. Da habe man ebenfalls das Entfernungsproblem zu den Taxis. Außerdem beklagt sie Hygienemängel, die Toiletten seien sehr stark verschmutzt. „Eklig“, fasst es die Taxifahrerin kurz und bündig zusammen. Auf ihre Anfrage bei der Stadtverwaltung bekam sie zur Antwort, dass man die Hygienemängel beheben wolle. Kürzlich, beim Afrikafestival auf dem Bahnhofsvorplatz, habe sie einen Toilettenwagen gesehen – und nun fragt sie sich, warum das nicht als Dauereinrichtung für die Taxifahrer möglich sei.
Der Stadtverwaltung haben die Taxifahrer ihr Leid schon geklagt. „Man sei dran, wurde uns geantwortet“, sagt Raisch, passiert sei bisher nichts. Die Pressestelle antwortete auf Nachfrage: „Die Stadtverwaltung sieht ebenfalls die Notwendigkeit eines Wetterschutzes für Taxifahrer und hat bereits einen Plan erarbeitet. Die Finanzierung und Einbringung in den Gemeinderat wird derzeit vorbereitet.“ Ob und vor allem wann etwas passieren wird, fragen sich die Taxifahrer weiterhin. „Wir wurden schon mehrfach mit dieser Aussage abgespeist“, sagt die Taxifahrerin Raisch.
Angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Herausforderungen wurden schon mehrfach mehr Begrünung und Sonnenschutz für den Bahnhofsvorplatz gefordert. Mit Schirmen und vertikalen Gartenelementen hat die Stadtverwaltung für mehr Sitzgelegenheiten und etwas Grün gesorgt, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, ein kleines Dach über den Elementen soll etwas Schatten spenden. Für die Taxifahrerinnen und -fahrer reicht das laut Sezin Raisch nicht aus, sie bräuchten eine andere, praktikable Lösung.
Gewerkschaft warnt vor Erschöpfung und Kollaps
Beeinträchtigung
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) warnt vor den Auswirkungen der Hitze. An heißen Sommertagen könne es schnell vorkommen, dass bei der Arbeit die Lufttemperaturen auf „unzuträgliche“ Werte ansteigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Hitze zu leiden haben.
Folgen
Dabei können laut Verdi Gesundheitsstörungen wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekollaps auftreten. Hitzeerschöpfung ist die Reaktion des Körpers auf einen übermäßigen Verlust von Wasser und Salzen. Werden diese Verluste nicht ausgeglichen, könne es zu Schwäche, Muskelkrämpfen, Übelkeit und Schwindel, Verwirrtheit, Fieber oder Kreislaufkollaps kommen. Ein Hitzekollaps werde durch eine vermehrte Durchblutung der Haut zur Wärmeabgabe und einer damit verbundenen Blutdrucksenkung hervorgerufen. Dabei werde die Hirndurchblutung so vermindert, dass es zu Bewusstlosigkeit und Kollaps kommen kann.