Bahnunterführung in Zuffenhausen Taubenkot ist immer noch ein Ärgernis

In den Stahlträgern des Bahndurchlasses finden Tauben zahlreiche Möglichkeiten, um sich einzunisten. Foto: Bernd Zeyer
In den Stahlträgern des Bahndurchlasses finden Tauben zahlreiche Möglichkeiten, um sich einzunisten. Foto: Bernd Zeyer

Die Zustände in der Bahnunterführung an der Burgunderstraße sind nach wie vor unbefriedigend. Für ein Gesamtkonzept, das eine Reinigung und einen Umbau vorsieht, fehlt das Geld.

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Zuffenhausen - Die Bahnunterführung am oberen Ende der Unterländer Straße ist ein stetes Ärgernis. Taubenkot, schummriges Licht, Wasserlachen bei Regen und donnernder Lärm, wenn ein Zug über die Brücke fährt: Immer wieder beklagen sich Passanten und Radfahrer über die Zustände in dem Durchlass. Vor ziemlich genau einem Jahr war im Bezirksbeirat ein Gesamtkonzept vorgestellt worden, das eine gründliche Reinigung und einen Umbau der Unterführung vorsieht (die Nord-Rundschau berichtete). Geld dafür war für den Doppelhaushalt 2014/2015 beantragt worden, allerdings hat der Gemeinderat es nicht bewilligt.

Taubeschutz soll verbessert werden

Trotzdem könnte sich zumindest teilweise etwas tun. Das Tiefbauamt, so erläutert Wolfram Bott, möchte auf jeden Fall den Taubenschutz verbessern. Allerdings sei man dabei auf die Hilfe der Bahn angewiesen, die für den Unterhalt der Unterführung zuständig ist. In einem der Schutznetze, so Bott, sei ein Loch entdeckt worden, dies hätte man der Bahn gemeldet, die zugesagt hätte, es zu stopfen. Laut Bott hat die Bahn in der Vergangenheit schon einige Löcher geflickt und kommt ihren Unterhaltspflichten auch nach. Allerdings beteilige sie sich finanziell nicht an Verschönerungsaktionen.

Bott möchte das vorhandene Netz gerne erweitern und verstärken, damit Rost oder Taubenschnäbel es nicht mehr beschädigen können. Das würde aber einen fünfstelligen Betrag kosten – allein schon wegen der notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen. Eventuell, so deutet Bott an, lässt sich das notwendige Geld aus dem Topf für Straßenunterhaltung abzwacken.

Ordnungsamt: Keine Gesundheitsgefahr für Passanten

Wegen des leidigen Taubenthemas hatte sich Bezirksvorsteher Gerhard Hanus an das Amt für öffentliche Ordnung gewandt. Das hatte daraufhin Ende Januar einen Mitarbeiter nach Zuffenhausen geschickt, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Aus seinem Bericht geht hervor, dass auf dem rechten Gehweg der Unterführung (vom Kreisverkehr aus gesehen) lediglich zwischen Fahrbahnbegrenzung und der Fahrbahn Taubenkot läge, mit dem Passanten allerdings nicht in Kontakt kämen. Auf der linken Seite des Durchlasses gebe es ein Loch im Schutznetz und deshalb „Verunreinigungen auf dem Gehweg, jedoch nicht in erheblichem Maße“. Grundsätzlich, so der Bericht, sei die ganze Unterführung mit einem Abwehrnetz versehen und Tauben könnten sich deshalb dort nicht einnisten. Lediglich die Stahlkonstruktion zwischen Fahrbahn und Gehweg sei „erheblich verschmutzt“, und zwar ab 2,50 Meter Höhe. Mit diesen Stellen kämen Passanten allerdings nicht in Kontakt. „Im Ergebnis ist festzustellen“, so das Resümee „dass die verkoteten Stahlkonstruktionen und Gehwegränder zwar nicht schön anzusehen sind. Eine eventuelle Gesundheitsgefahr für Passanten konnte jedoch an keiner Stelle der Unterführung festgestellt werden.“ Die gibt es laut Ordnungsamt nur dann, wenn Menschen durch Anfassen oder über die Schleimhäute in direkten Kontakt mit Kot kämen.

Geld für Umbau fehlt

In direkten Kontakt hingegen kommen zweifellos Passanten und Radfahrer mit den Lachen und Pfützen, die sich bei Regen in den Senken des Durchlasses bilden. Laut Wolfram Bott ist diesbezüglich bereits etwas getan worden, indem einige Elemente provisorisch ein wenig angehoben worden sind. Außerdem seien die Entwässerungskanäle untersucht und gereinigt worden. So könne der Regen nun schneller ablaufen. Eine endgültige Lösung ist das allerdings nicht, dafür müsste erst die Senke beseitigt werden. Das ist laut Bott technisch nur relativ schwer zu lösen, da am Fahrbahnbelag einiges verändert werden müsste. Seiner Meinung nach wäre es am sinnvollsten und am kostengünstigsten, Belagarbeiten zusammen mit dem Ausbau der Straßenbahngleise zu bewerkstelligen. „Der Gleisausbau wäre im Laufe des Jahres machbar“, sagt Bott. Dafür haben die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) Geld bereitgestellt. Für Arbeiten am Belag hingegen fehlen die finanziellen Mittel noch.




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