Mit ihrer unerschütterlichen guten Laune und enormen Schlagfertigkeit begeistert sie die Zuschauer: Barbara Schöneberger. Für sie zeigt die Show „Verstehen Sie Spaß?“, wie nett Menschen sein können.
Frau Schöneberger, wie riecht eigentlich George Clooney, dem Sie vor Kurzem bei einem Termin zwei Wangenküsschen geben durften?
Nicht aufdringlich, und das hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es ja ganz schlimm, wenn man den Mann nicht mehr durchs Parfum durch riecht. Aber an George Clooney stimmt wirklich alles, auch wenn ich bei der Gelegenheit zugegebenermaßen gar nicht so auf sein Aussehen oder seinen Geruch geachtet habe. Mir ging es bei dem Termin mehr darum, was er gesagt hat. An George Clooney ist einfach alles toll, und was mir am besten an ihm gefällt: Er ist so unkompliziert und lässt sich so wahnsinnig gut interviewen. Da könnte sich so mancher deutsche Star eine Scheibe abschneiden.
Woher kommt diese Lässigkeit vieler amerikanischer Promis?
Sie sind einfach unglaubliche Unterhaltungsprofis und wissen, worauf es ankommt. US-Stars bringen Geschichten mit und beantworten bereitwillig so gut wie jede Frage. Deutsche Schauspieler sagen oft: „Ich verstehe die Frage nicht so ganz“ oder: „Warum reden wir denn nur über mich, es gibt doch auch andere interessante Leute.“ Oder, das kommt häufig vor: „Wo haben Sie denn das über mich gelesen? Das soll ich gesagt haben?“. Ein George Clooney dagegen kommt rein, macht Spaß, liefert leichtfüßige Unterhaltung und spricht dann auch noch über schwergewichtige politische Themen. Das ist eine große Kunst und macht allen Freude. Die Amis haben’s halt drauf.
Wäre der Clooney-Termin beim Internetkongress „Digital X“ eine Möglichkeit gewesen, ihn für „Verstehen Sie Spaß?“ reinzulegen?
Keine Chance. Um ihn herum war ein Pulk von Leuten und Mitarbeitern, sein Auftritt war bis auf die letzte Sekunde getaktet. Der marschierte vom Auto direkt auf die Bühne und danach wieder zum Auto. Ich konnte auf der Bühne nur noch zwei Abschiedsworte sprechen, und als ich dann nach hinten ging, war Clooney schon wieder weg. Da wäre überhaupt keine Zeit gewesen, den reinzulegen.
Bei manchen Streichen machen Sie ja selber den Lockvogel und verkleiden sich bis zur Unkenntlichkeit. Macht Ihnen die Maskerade Spaß?
Und ob. Ich bitte sogar regelmäßig darum, mich so aufwendig wie möglich zu maskieren, weil man mich sonst so leicht erkennt. Ich fühle mich wahnsinnig unsicher, wenn ich jemanden reinlegen soll und der guckt mich an und denkt sich: „Das ist doch Frau Schöneberger.“ Das geht gar nicht, und deshalb lasse ich mich mit allem verfremden, was die Maske so hergibt – mit Perücken, aufgeklebten Gesichtsteilen, falschen Zähnen und so weiter.
Funktioniert das Konzept Schadenfreude, auf dem die Sendung basiert, nach all den Jahren immer noch?
Ich finde gar nicht, dass „Verstehen Sie Spaß?“ auf dem Konzept der Schadenfreude basiert. Für mich basiert die Sendung auf dem Konzept, dass man jemandem eine Verantwortung überträgt und er sie annimmt. Die Menschen sind viel kooperativer und hilfsbereiter, als man gemeinhin glaubt. Du gibst jemandem eine Laterne in die Hand und bittest ihn, die für einen Moment zu halten, und dann hält er die auch, egal ob der Rasensprenger einsetzt und er im Morast versinkt. Er hält die Laterne, weil er das versprochen hat, und das ist doch großartig.
Sind die Menschen besser als ihr Ruf?
Unbedingt, die meisten Menschen sind einfach nett. Ich liebe Menschen, das kann ich so pauschal durchaus sagen.
Erschrecken die Leute, wenn sie Sie auf der Straße sehen, weil sie Angst haben, gleich zum Opfer eines Streichs zu werden?
Das nicht, aber sie sind auf der Hut. Wenn ich jemanden bitte, eine Tür oder eine Klappe aufzumachen, kann es schon sein, dass der vermutet, dass da gleich jemand rausgesprungen kommt. Die Gefahr lauert überall, wenn ich in Erscheinung trete, das ist vielen sonnenklar.
Möchten Sie irgendwann auch einmal die Kollegen Gottschalk und Jauch reinlegen, mit denen Sie eine andere Sendung moderieren?
Klar, und das wird irgendwann auch mal passieren. Das wissen die beiden aber auch.
Und inwieweit eignet sich die „NDR Talk Show“, die Sie ja ebenfalls moderieren, als Plattform für Ihre Streiche?
Sie eignet sich sehr gut, und das haben wir auch schon genutzt. Wir haben mal mit Pierre M. Krause zusammen den Literaturkritiker Hellmuth Karasek bei uns in der Show reingelegt, und das war ganz toll. Es ist immer wahnsinnig lustig, wenn alle eingeweiht sind, nur einer nicht. Klar, im Rahmen der „NDR Talk Show“ ergeben sich für mich viele Streich-Möglichkeiten. Da müssen allerdings einige Faktoren zusammenpassen.
Wenn Sie sich zwischen „Verstehen Sie Spaß?“ und der „NDR Talk Show“ entscheiden müssten: Was würden Sie wählen?
Ich bin nicht so gut im Entscheiden und habe in meinem Leben immer versucht, alles zu machen und auch Dinge zusammenzubringen, die eigentlich gar nicht zusammenpassen.
TV-Liebling
Karriere
Barbara Schöneberger kam 1974 in München zur Welt. Ihre Fernsehkarriere begann sie nach einem abgebrochenen Soziologie-Studium als Assistentin in einer Spielshow auf Sat 1, inzwischen gilt sie längst als Deutschlands beliebteste Showmasterin. Neben „Verstehen Sie Spaß?“ moderiert die 49-Jährige die „NDR Talk Show“ und die RTL-Sendung „Denn sie wissen nicht, was passiert“ mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch.
Show
An diesem Samstag um 20.15 Uhr im Ersten sind bei „Verstehen Sie Spaß?“ Gäste wie Jutta Speidel, Thomas Anders und Florian Silbereisen mit dabei.