Barrierefreie Praxen Startschuss für neues Ärztehaus in Steinenbronn
Der Steinenbronner Arzt Genc Kelmendi baut ein neues Gesundheitszentrum. Bis zu fünf Praxen sollen einziehen, 2024 schon Baustart sein.
Der Steinenbronner Arzt Genc Kelmendi baut ein neues Gesundheitszentrum. Bis zu fünf Praxen sollen einziehen, 2024 schon Baustart sein.
Bald soll Schluss sein mit Treppen und Türschwellen: In der Tübinger Straße in Steinenbronn soll schon im kommenden Jahr ein neues Ärztehaus entstehen – ohne Barrieren. „Seit Jahrzehnten wird in der Gemeinde der Wunsch geäußert, dass die Verwaltung den Aufbau einer medizinischen Grundversorgung unterstützt, die barrierefrei ist“, sagt Steinenbronns Bürgermeister Ronny Habakuk (parteilos), der seit 2021 im Amt ist. Mit dem Allgemeinmediziner Genc Kelmendi soll dies nun klappen.
Der Arzt übernahm vor vier Jahren die Praxis der Familie Scheifele, die wie die anderen Praxen im Ort allerdings nicht über einen barrierefreien Zugang verfügt. „Vor allem während Corona fiel auf, welch Probleme dies gerade für ältere Patienten bedeutet“, sagt der Mediziner, der zuvor viele Jahre im Robert-Bosch-Krankenhaus und an der Tübinger Uniklinik praktiziert hat. So entstand die Idee, endlich ein barrierefreies Ärztehaus zu bauen.
Auf dem Rathaus scheint Kelmendi mit dieser Idee offene Türen eingerannt zu haben. Der Gemeinderat stimmte zu, ihm das Flurstück mit der Nummer 18 in der Tübinger Straße gegenüber der evangelischen Kirche zu verkaufen. Darauf soll ein viergeschossiges Gebäude entstehen, in dem bis zu fünf Praxen angesiedelt sein sollen. In den Obergeschossen plant Kelmendi vier Wohnungen – für die Ärzte, die dort arbeiten.
Seine eigene Praxis im Erdgeschoss bildet das Kernstück des Hauses. Genc Kelmendi ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. „Ich bin bereits mit weiteren Fachärzten im Gespräch und bin zuversichtlich, dass diese im Gebäude ebenfalls eine Praxis eröffnen“, sagt er. So sollen sich noch ein Kinderarzt, ein Hautarzt und eine Frauenärztin hinzu gesellen. Womöglich kommt noch eine weitere Praxis hinzu, sodass es am Ende fünf Ärzte auf den 950 Quadratmetern wären. Wann soll es soweit sein? „Der Baustart ist schon für das Frühjahr 2024 geplant“, sagt Kelmendi. Das sei ein sportlicher Zeitplan, sagt Bürgermeister Habakuk, der aber vieles daran setzen will, dieses einzuhalten.
„Das Ärztehaus ist ein Meilenstein für die Gemeinde“, sagt er. Man komme damit einen sehr großen Schritt weiter, den Menschen die schon lange geforderte barrierefreie medizinische Grundversorgung zu ermöglichen. Und: „Städtebaulich kann sich die Umgebungsbebauung weiterentwickeln“, sagt Habakuk. Das neue Gebäude schließe eine Baulücke und erlaube eine neue Gestaltung dieser Zeile.
Kelmendi trägt als Bauträger Verantwortung und Risiko, betont aber, dass es in diesen Zeiten notwendig sei, zu investieren, um im Ort Attraktivität und Wohlstand zu erhalten. „Bisher war das selbstverständlich, doch in diesen besonderen Umständen müssen wir uns darum bemühen.“ In seiner Praxis behandelt er gemeinsam mit zwei Kollegen 3200 Patienten im Quartal. Mehr sei nicht leistbar. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung sei er daher in Verhandlung, weitere Ärzte ansiedeln zu können.