Eigentlich war der entscheidende letzte Schritt erst für das Gastspiel in Leimen in drei Wochen geplant. Nun aber dürfen die Basketballer des SV Möhringen schon über die Ostertage den Meistertitel in der Regionalliga Baden-Württemberg und den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga Südwest feiern.
Während das Filderteam am Samstag das Derby in Degerloch beim tus Stuttgart mit 83:63 gewann, patzte etwas überraschend der Verfolger USC Heidelberg II im Heimspiel gegen die Karlsruhe Lions II. Damit haben die Möhringer sechs Zähler Vorsprung und die beiden abschließenden Aufgaben in der Heimatstadt von Boris Becker (13. April) in Leimen und zuhause gegen die Erstliga-Reserve der Crailsheim Merlins (20. April) sind sportlich bedeutungslos geworden. „Wir sind von der Niederlage der Heidelberger überrascht worden, aber wir haben es doch geschafft, kurzfristig einen Großteil der Jungs abends noch einmal zusammen zu trommeln und ein bisschen feiern zu gehen“, sagt der Möhringer Teammanager Sascha Klatt.
Der seit 2017 in seiner zweiten Amtszeit tätige SVM-Trainer Domagoj Buljan wird im Herbst mit seinem Team zum Nachbarn MTV Stuttgart, dem bislang höchstklassigen Männervertreter der Landeshauptstadt, aufrücken. Mit Fahrten nach Gießen, Saarlouis und Bensheim wird der Traditionsclub aus dem Stuttgarter Süden erstmals seit fast vier Jahrzehnten wieder in Punktspielen auf Gegner aus anderen Bundesländern treffen. Zur Erinnerung: Zwischen 1966 und 1973 war der SVM mit Nationalspieler Roland Knapp, mit Manfred Ballarin und mit Rainer Oesterle drei Spielzeiten in der ersten Bundesliga am Ball, bis 1985 war der Filderclub dann zumindest noch in der nationalen Zweitklassigkeit vertreten.
Von Beginn motiviert
Nun geht es also zumindest wieder einen Schritt nach oben. Das Ganze mit einer Mannschaft, die im Kern mit ihren Leistungsträgern seit vielen Jahren unverändert ist und auch zuletzt schon immer wieder in der Spitzengruppe der höchsten baden-württembergischen Liga mitgespielt hatte, am Ende aber jeweils noch abgefangen wurde oder sich intern schon frühzeitig gegen den Gang nach oben ausgesprochen hatte. Diese Einstellung innerhalb der Mannschaft und in der Abteilungsleitung wurde nun in den vergangenen Monaten revidiert. „Es hat sich etwas in den Köpfen verändert. Diesmal war das Team schon aus der Saisonvorbereitung heraus motiviert, den Titel und den Aufstieg mit aller Macht angehen zu wollen“, sagt Sascha Klatt. Und auch wenn es im ersten Punktspiel gleich eine Niederlage in Wieblingen gab und sich eine enge Spitzengruppe aus sechs Teams bis zur Weihnachtspause hielt, so setzten sich doch die Möhringer am Ende mit zwölf Siegen am Stück seit Mitte Dezember entscheidend von der Konkurrenz ab.
Der Großteil der Personalplanungen für die Regionalliga Südwest wird erst in den nächsten Monaten passieren und dennoch ist eines schon klar: „Es wird nicht viele Veränderungen geben. Wir trauen der Mannschaft, so wie sie aktuell da steht, schon jetzt ohne großartige Verstärkungen eine Liga höher den Klassenverbleib zu“, sagt Klatt. Er selbst und die anderen Verantwortlichen werden abseits des Basketballfeldes noch ein paar Hausaufgaben machen müssen: So verlangt die neue Liga die Besetzung aller männlichen Jugendteams von der U12 bis zur U18, die Zusammenarbeit mit zwei Schul-Arbeitsgemeinschaften und ein paar technische Umrüstungen in der Sporthalle der Fasanenhofschule. „Das ist für uns alles gut umsetzbar, da ist nichts dabei, was uns Kopfzerbrechen bescheren oder vor unlösbare finanzielle Voraussetzungen stellen würde“, sagt Sascha Klatt.