Bauarbeiten sind beendet Das Bähnle fährt jetzt wieder planmäßig

Die Strohgäubahn ist nach der Streckensperrung wieder planmäßig unterwegs. Foto: factum/Archiv
Die Strohgäubahn ist nach der Streckensperrung wieder planmäßig unterwegs. Foto: factum/Archiv

Die Arbeiten an der Strohgäubahn sind beendet, der Bus als Ersatz ist nicht mehr nötig – bis zum Sommer.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
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Strohgäu - Nach den Bauarbeiten ist vor den Bauarbeiten. Doch zunächst fährt die Strohgäubahn seit diesem Montag wieder planmäßig. Die Arbeiten an mehreren Stellen entlang der gesamten Strecke von Korntal-Münchingen über Schwieberdingen nach Hemmingen sind mit dem Wochenende beendet. Damit ist auch der Ersatzbus nicht mehr nötig. Der Schienenersatzverkehr werde planmäßig eingestellt, teilt Jens-Ulrich Beck mit. Laut dem Prokuristen des Betriebsführers, also der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft, seien die Arbeiten alle planmäßig verlaufen, es habe „keine größeren Behinderungen“ gegeben.

Seit Mitte Mai wurde die Strecke modernisiert. Zunächst waren die Bauarbeiter ausschließlich in der Nacht tätig. Die Strohgäubahn fuhr deshalb in der Zeit von 22 bis 4 Uhr nicht. Zuletzt, vom 26. Mai bis zum Sonntag, musste die Strecke allerdings vollständig gesperrt werden. In dieser Zeit war dann ein Bus unterwegs.

Doch auch wenn die Bahn nun wieder regulär zwischen Korntal-Münchingen und Hemmingen verkehren wird, sind die nächsten Bauarbeiten bereits absehbar. In den letzten zwei Wochen der Schul-Sommerferien, also der letzten August- und der ersten Septemberwoche, werde deshalb erneut ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, kündigt Beck an.

Brücke im Fokus

Im Sommer stehen zwar ohnehin die regulären Instandhaltungsarbeiten an. Gleichwohl seien diese in diesem Jahr „etwas aufwendiger“, sagt Beck. Deshalb müsse der Verkehr auf der Strecke für jene zwei Wochen gesperrt werden. Konkret sind Arbeiten am Brückenbauwerk in Schwieberdingen fällig. Die Brücke müsse abgedichtet werden, führt Beck aus.

Dazu wird – wie es routinemäßig erforderlich ist – durch sogenannte Stopfarbeiten der Oberboden verdichtet. So werde das Gleisbett stabilisiert, sagt Beck.

Langes Ringen um die Zukunft der Bahn

Die Bahnanrainer hatten in den vergangenen Jahren heftig um die Erhaltung der Bahn gerungen. Inzwischen ist ihr Betrieb wenigstens auf einem Teil der ursprünglichen Strecke gesichert. Sie fährt von Korntal-Münchingen nach Hemmingen und soll in absehbarer Zeit zudem wieder bis Heimerdingen rollen.

Lange Zeit war die Strohgäubahn weiter bis in den Landkreis Böblingen nach Weissach gefahren. Aus Kostengründen wurde dieser Abschnitt aber ebenso aufgegeben wie jener am anderen Streckenende – in den Stuttgarter Stadtteil Feuerbach.

Mit Blick in die Historie war auch dies nur ein Bruchteil der ursprünglich geplanten Strecke. 1898 war die Strohgäubahn noch als Bahn von Zuffenhausen nach Pforzheim über die Gemeinden Schwieberdingen, Hemmingen, Weissach, Eberdingen, Nußdorf, Iptingen, Mönsheim, Wurmberg und Wiernsheim vorgesehen – mit einer Gesamtlänge von mehr als 50 Kilometern. Es sollten Personen und Güter befördert und somit die Perspektiven jener landwirtschaftlich geprägten Dörfer verbessert werden, die nicht von der Industrialisierung profitierten.




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