Baumoval in Böblingen Planung für Skateanlage schreitet voran

Die Anlage am Baumoval ist in die Jahre gekommen. Doch die Elemente einfach durch Neue zu ersetzen ist offenbar aufgrund strengerer Lärmschutzvorgaben nicht möglich. Foto: /Stefanie Schlecht

Eine Sanierung der Skateanlage am Böblinger Baumoval steht seit vielen Jahren im Raum. Nun könnte sie kommen. Der Jugendgemeinderat signalisiert seine Zustimmung, stellt aber auch eine Bedingung auf.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Es ist eine der wohl ungewöhnlichsten Strukturen in Böblingen: das Baumoval, das 1996 für die Landesgartenschau angelegt wurde. Dieses Areal soll eine Aufwertung erfahren. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Sanierung der Skateanlage an der Schönbuchstraße – seit Jahren ein Thema, passiert ist bislang aber wenig. Jetzt könnte es vorangehen. Den nötigen Schubs hat der Technische Aussschuss am Mittwoch gegeben.

 

Eine Herausforderung stellen geänderte Rahmenbedingungen dar. Deshalb sei es nicht möglich, die alten Elemente einfach gegen Neue auszutauschen, hatte die Stadtverwaltung vergangenes Jahr erklärt. Denn wenn der Skatepark jetzt verändert werde, müsse er neue Auflagen erfüllen. Bedeutet, verkürzt gesagt: Je anspruchsvoller die Elemente, desto lauter und desto höher müssten Lärmschutzwände sein. Stadträte und Jugendgemeinderat tendierten deshalb im Sommer zu einer abgespeckten Anlage am Baumoval unter der Voraussetzung, dass an anderer Stelle in der Stadt ein Parcours für Fortgeschrittene entsteht – beispielsweise an der Kletterhalle Roccadion.

Jugendgemeinderat signalisiert Zustimmung

In der jüngsten Ausschusssitzung hat das Stuttgarter Planungsbüro „Freiraumconcept Sinz-Beerstecher + Böpple“ verschiedene Varianten für die Skateanlage am Baumoval vorgestellt. Darunter das absurd anmutende Szenario einer Anlage für Fortgeschrittene mit bis zu 16 Meter hohen Lärmschutzwänden. Diese Variante fiel – aus nachvollziehbaren Gründen – schnell unter den Tisch. Stattdessen plädierte die Stadtverwaltung für eine kleinere Anlage als die aktuelle, mit Elementen für Anfänger. 2,50 Meter hohe Wände, mit vier Öffnungen und zwei Sichtfenstern umstellen bei dieser Variante die Geräte. Ergänzt wird die Fläche um eine Tischtennisplatte und Betonsitzelemente. Kostenpunkt: knapp 450 000 Euro.

So könnte die neue Skateanlage am Baumoval aussehen. Im Innern ist beispielsweise eine Treppe als Hindernis für Skater vorgesehen. /Büro Freiraumconcept, Sinz-Beerstecher + Böpple Landschaftsarchitekten PartGmbB

Julian Schulz, der als Vertreter des Jugendgemeinderats zugegen war, signalisierte zwar die Zustimmung seines Gremiums, das am 25. April entscheiden soll. Er stellte aber klar: „Wir stimmen dem Entwurf nicht zu, weil wir ihn gut finden.“ Es gehe vielmehr darum, guten Willen zu zeigen, verbunden mit der Forderung, dass die Stadtverwaltung zeitnah Vorschläge für die Fortgeschrittenen-Anlage am Roccadion vorlegt.

Wirklich glücklich schienen auch die Stadträte nicht zu sein, vor allem die Wände störten sie. Ralf Sklarski (Freie Wähler) prophezeite, dass sie keinen Durchzug erlaubten und sich die Fläche im Sommer stark aufheizen könne. Zwar sind Bäume als Schattenspender vorgesehen, doch Sklarski befürchtete, dass sie erst in 15 Jahren groß genug sein könnten. „Ich bin froh, dass es weitergeht, aber unzufrieden mit den Optionen, die uns bleiben“, meinte auch seine Fraktionskollegin Janina Dinkelaker. Ihr nicht ganz ernst gemeinter Wunsch sei es, es einfach ohne Wände zu probieren. Sklarski wiederum brachte die Frage auf, warum nicht Lärmschutzwälle statt – wänden möglich gewesen wären. Christian Böpple vom Planungsbüro verwies darauf, dass aufgrund der vorgegebenen, kleinen Fläche, in der etwas gemacht werden dürfe, auch Wälle sehr hoch werden müssten. Bei Dorothea Bauer (Grüne) entstand der Eindruck: „Wir schieben viele Dinge vor uns her, weil wir immer wieder neue Sachen prüfen.“ Sie würde dem Konzept erst mal vertrauen, meinte auch Gerlinde Feine (SPD/Linke). „Ich plädiere sehr dafür, dass jetzt so anzugehen.“

Planung für große Skateanlage mit zeitlichem Limit

Allgemeine Zustimmung erhielt ein Änderungsantrag von Thorsten Breitfeld (CDU). Er forderte von der Stadtverwaltung ein zeitliches Limit: Sie soll innerhalb von zwölf Monaten ein Bebauungsplanverfahren für eine Skateanlage am Roccadion durchführen. Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) signalisierte Verständnis für die Zerrissenheit der Räte. „Wir wollen einerseits eine aktive, lebendige Stadt und haben andererseits restriktive, gesetzliche Vorgaben.“ Mit zwei Enthaltungen sprach sich der Technische Ausschuss schlussendlich für den angepassten Vorschlag der Verwaltung und damit für den Neubau der Skateanlage am Baumoval aus. Das letzte Wort hat der Gemeinderat am 30. April.

Infoveranstaltung für die Bürger geplant

Mehr Anklang fanden die Pläne des Büros „Freiraumconcept“ für das restliche Baumoval. Markus Helms (Grüne) fasste seinen Eindruck so zusammen: „Die Stadt holt sich das Gelände zurück.“ Mit dem Langgrabensteg, der gerade gebaut wird, sollte die schnelle Verbindung zwischen Stadtgarten, Murkenbachgelände und Baumoval funktionieren. Das Innere des Ovals bleibt Ruheort, Räume für Aktivitäten sollen rundherum entstehen. Neben der Heusteigstraße sind weiterhin Sport- und Freizeitflächen geplant, wegen des geringen Abstands zu den Wohnhäusern sind laute Sportarten aber nur beschränkt möglich.

Südlich der Sportfläche sieht das Planungsbüro einen Klimawald vor, in dem man sich abkühlen können soll. Im Süden soll ein grünes Klassenzimmer, ein Ort für Umweltbildung, entstehen, auch ein Café ist im Plan verzeichnet. Beschlossene Sache ist das alles noch nicht. Als nächsten Schritt will die Stadt bei einer Infoveranstaltung die Bürger beteiligen und Anregungen sammeln, die in die weitere Planung einfließen könnten.

Bürgerinfo geplant

Anlage am Roccadion
Die neue, große Skateanlage für Fortgeschrittene soll östlich der Kletterhalle Roccadion entstehen. Erste Untersuchungen ergaben, dass der Standort dafür grundsätzlich geeignet ist

Masterplan Baumoval
Die Stadt plant eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Baumoval. Geplant ist sie im Juni oder Juli dieses Jahres. Die Vorschläge aus der Bürgerschaft sollen dann nach Möglichkeit in die weitere Planung einfließen

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