Bauprojekt in Metzingen Zweifel am Outlet-Gutachten

Der Modekonzern Hugo Boss möchte seinen Fabrikverkauf in Metzingen erweitern. Foto: dpa
Der Modekonzern Hugo Boss möchte seinen Fabrikverkauf in Metzingen erweitern. Foto: dpa

Laut einer Wirkungsanalyse würden Läden in Filderstadt keine Umsatzeinbußen haben, wenn der Fabrikverkauf in Metzingen vergrößert werden würde. Die Stadt Filderstadt sieht das anders.

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Filderstadt - Das Gutachten kommt zu einem klaren Ergebnis. Würde der Fabrikverkauf in Metzingen erweitert werden, hätte das keine Auswirkungen auf die Umsätze der Bekleidungs-, Sport- und Freizeitgeschäfte in Filderstadt. Diese Aussage hat aber für Stirnrunzeln in der Großen Kreisstadt gesorgt.

Filderstadt ist eine von zahlreichen Kommunen, die vom Regierungspräsidium Tübingen um eine Stellungnahme zu dem geplanten Vorhaben in Metzingen gebeten wurden. Wie berichtet, will die Firma Hugo Boss ihren Fabrikverkauf deutlich vergrößern. Zudem sollen weitere fünf Geschäfte in der sogenannten Outlet-City entstehen.

Der Kritik: Analyse ist unzureichend

Leinfelden-Echterdingen spricht sich gegen den Bau aus. Dort wird laut der von der Stadt Metzingen beauftragten Analyse zumindest ein geringer Kaufkraftverlust zu spüren sein. Auch der Verband Region Stuttgart (VRS) hat reagiert: Er hält das Projekt für überdimensioniert.

Auch in Filderstadt, wo der Modekonzern im nächsten Jahr ein neues Distributionszentrum eröffnen wird, gibt es Bedenken. Gegenüber dem Regierungspräsidium äußert die Stadt Kritik am Gutachten. „Wir finden die Auswirkungsanalyse unzureichend“, sagt Tobias Meigel, Leiter des Stadtplanungs- und Hochbauamts, auf Nachfrage. „Wir bitten um eine Nacharbeitung.“

Dass es durch das größere Outlet keine messbaren Kaufkraftverluste in der Großen Kreisstadt geben soll, kann man sich beim Planungsamt nicht vorstellen. Die Annahmen würden von der Realität übertroffen werden, meint Meigel. „Die Reise nach Metzingen lohnt sich dann möglicherweise mehr als bisher“, sagt er für den Fall einer Realisierung des Projekts.

Verstöße gegen Planungsvorgaben

Ausgehend von einer Kundenbefragung steht in dem Gutachten, dass 60 Prozent der Kunden der Outlet-City nicht aus Baden-Württemberg kommen. Lediglich ein Viertel der Kundschaft wohne innerhalb des Untersuchungsraums, also bis zu 45 Autominuten von Metzingen entfernt. „Da werden schon einmal 75 Prozent des Umsatzes rausgerechnet“, erklärt Meigel. Der VRS kritisiert, dass die Wirkungsanalyse für das neue Outlet einen zu geringen Umsatz prognostiziert habe.

Der Stadtplanungschef rechnet damit, dass die Stellungnahme des VRS einen Effekt haben wird. Der Verband sieht die landesplanerischen Vorgaben verletzt. „Da geht es um Grundsätzlichkeiten. Die Ziele der Raumordnung sind einzuhalten“, sagt auch Meigel. Über eine Genehmigung des Projekts entscheidet aber letztendlich das Regierungspräsidium Tübingen.

Anders als in der Nachbarstadt Leinfelden-Echterdingen wurde die Stellungnahme in Filderstadt nicht in der Öffentlichkeit vorberaten. Beteiligungsverfahren seien dort Geschäft der laufenden Verwaltung, sagt Meigel. Die Stadträte wurden über das Verfahren informiert.




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