Beilsteiner Dart-Team Landesmeister Kampf gegen Klischee vom Kneipensport

Die Form der Trophäe ist gewöhnungsbedürftig – aber dennoch hat sich die Dart- Force-One-Crew über den Titel gefreut. Foto: privat

Die Mannschaft der Dart Force One aus Beilstein holt den Titel in der Landesliga des Baden-Württembergischen Dartverbandes.

Ludwigsburg: Elke Rutschmann (eru)

Sie haben so lustige Namen wie „Gegen die Drück“, „DC Moskitos“ oder „DC Schotte“ – doch wenn die Dartspieler vor der Scheibe stehen, dann gehen sie ihren Sport genauso ernsthaft an wie andere Athleten. Das gilt für die Profis auf der Tour ebenso, wie für die Spieler, die den Sport mit den Stahlpfeilen in unteren Ligen leistungsorientiert betreiben. Sie alle haben das gleich Ziel, dieses nur acht Millimeter kleine Triple mit der 20 zu treffen, und es ist immer wieder ein magischer Moment, wenn der Pfeil auf diese Minifläche im Bord steckt. Und wenn man das dreimal in Folge schafft, dann gibt es die begehrten 180 Punkte.

 

Die Dartspieler der Dart Force One aus Beilstein haben in dieser Saison nicht Buch darüber geführt, wie oft ihnen das gelungen ist. Erfolgreich waren sie trotzdem. Und mit der angemessenen Ernsthaftigkeit haben sie sich unter neun Mannschaft den Titel in der Landesliga des Baden-Württembergischen Dartverbandes gesichert. Das ist die höchste Spielklasse im Steeldartsport auf Landesebene. An vier Blockspieltagen war die Mannschaft im Einsatz – pro Partie müssen acht Spieler gemeldet werden, in der acht Einzel und vier Doppel absolviert werden müssen. Gespielt wird im Modus Best of Five – wer zuerst drei Legs gewinnt, punktet für seine Mannschaft. So ein Spieltag dauert oft von 10 bis 20 Uhr. „Dafür braucht man Kondition und Konzentration“, sagt Sven Potthast, Spieler und Vorstand bei den Dart Force One.

Vor der letzten Begegnung in Affalterbach gegen den Zweiten „Gegen die Drück“ aus Sandhausen hatten die Beilsteiner als Tabellenführer einen Punkt Vorsprung - ein Remis hätte also zum Titel gereicht. Doch darauf wollte sich das Team nicht verlassen und lag nach vier Partien bereits mit 4:0 in Front. „Da war der Druck schon etwas weg, und wir konnten den Rest in Ruhe angehen“, sagt Sven Potthast. Am Ende sprang ein unerwartet klarer Sieg und damit die Meisterschaft mit 26 Punkten heraus, vor den Sandhäusern mit 23 Zählern. Gefeiert hat die Dart-Crew aus Beilstein dann in einem Besen im Bottwartal.

Im Juni Relegation um Aufstieg in die zweite Liga

Der Verein mit seinen 40 aktiven Mitgliedern im Alter zwischen 18 und 63 Jahren wurde erst vor zehn Jahren gegründet und hat sich sehr schnell in die leistungsstarke Landesliga vorgearbeitet. Aber die erfolgreiche sportliche Reise ist noch nicht vorbei, denn im Juni geht es in Bingen in die Relegationsspiele um den Aufstieg in die zweite Liga. In der vergangenen Saison ist man knapp gescheitert. Sportlich traut dies Sven Potthast der Mannschaft durchaus zu. Schwierig wird es hingegen, das mögliche Abenteurer auch finanziell zu stemmen, weil man dann quer durch die Republik reisen müsste. „Da wären wir auf die Unterstützung von weiteren Sponsoren angewiesen“, sagt der Vorstand.

Aktuell trifft sich das Team einmal die Woche zum gemeinsamen Training mit bis zu fünf Stunden - jeder übt zusätzlich für sich sich alleine. Potthast wünscht sich mehr Nachwuchsspieler. Die meisten jungen Werfer rekrutiert der Verein bislang aus den eigenen Mitgliedern. „Dart ist immer noch als Kneipensport verpönt – deshalb schicken Eltern ihre Kinder nicht zu uns“, sagt Potthast. Doch durch die Erfolge von deutschen Profis wie Gabriel „Gaga“ Clement und die gestiegene Medienpräsenz wird dieses Klischee immer mehr aufgeweicht. Vielleicht kommt der Boom ja auch im Bottwartal an. .

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