Benefizkonzert vor der Grabkapelle in Stuttgart Wie Max Herre Stelp-Chef Serkan Eren vor der Polizei rettete

Echte Homies: Max Herre (Mitte) und Stelp-Gründer Serkan Eren – hier mit Timo Hildebrand (links) bei einer Spendengala im Jahr 2019. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der Auftritt von Max Herre und Joy Denalane am Sonntag vor der Grabkapelle im Rahmen der Hip-Hop-Open fußt auf einer Männerfreundschaft. Was Serkan Eren, den Gründer der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp, und Max Herre so eng verbindet.

Eine Sache, die Serkan Eren gerne erzählt, ist, dass er in einem Lied von Max Herre vorkommt. Und eine der vielen Geschichten von Serkan Eren handelt davon, dass er mal in Griechenland festgenommen wurde, nachdem er in einem Flüchtlingscamp Kinderschuhe verteilt hatte. Man habe ihm nur gestattet, „die letzte Nummer meiner Anrufliste“ anzurufen, das sei die Nummer von Max Herre gewesen. Der Stuttgarter Musiker habe daraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt, und der Gründer und Geschäftsführer der Stuttgarter Hilfsorganisation Stelp saß am nächsten Tag im Flugzeug Richtung Heimat.

 

Die Idee: ein Benefizkonzert an der Grabkapelle

Im erwähnten Lied klingt das so: „Das’ für mein‘ Homie Serkan, hör‘ ihn noch am Telefon. / Der eine Anruf für ihn – Lesbos auf’m Zellenboden. / Er war im Zelt bei Masomen, um ihr was zu geben. / Die Batsi hassen Volunteers und ham‘ ihn festgenommen.“ Es handelt sich um Zeilen aus dem Track „Mir kann nichts passieren“ von Danger Dan und Max Herre. Den Serkan-Vers rappt letzterer. „Max‘ Texte sind ja sehr politisch“, sagt Serkan Eren. Aufgrund der bestehenden Homie-Verbindung, vulgo Männerfreundschaft, sei es nicht so schwierig gewesen, Max Herre Anfang des Jahres von einem Plan zu überzeugen, den Serkan Eren schon länger hege: Die Grabkapelle auf dem Württemberg mittels Benifizkonzert zu beschallen. Das Festival Hip-Hop Open, das die Soundsystem-Show von Max Herre und Joy Denalane unter den Rubriken „Open City“ und „Gutes tun“ ins Programm aufgenommen hat, bot den willkommenen Anlass. Die 400 Tickets à 89 Euro seien innerhalb weniger Minuten ausverkauft gewesen, sagt Serkan Eren.

Es sei „eine große Sache für Max“, seinen traditionellen jährlichen Stuttgart-Gig seiner Hilfsorganisation Stelp zu widmen, sagt Eren auch. Anders als seine Kollegen K.I.Z., Trettmann und Sido, die beim Hip-Hop-Open vor zigtausend Fans auf dem Cannstatter Wasen auftreten, erhalten Max Herre und Joy Denalane, die am Sonntag von DJ 5ter Ton unterstützt werden, für ihr Konzert an der Grabkapelle keine Gage. Denn mit dem Benefizkonzert soll ja möglichst viel Geld für den Projekttopf von Stelp erlöst werden. Derzeit verwende seine Hilfsorganisation viele Mittel für die Unterstützung von Erdbebenopfern in der Türkei und für Projekte in der Ukraine, etwa die „psychologische Betreuung von Kindern, die Raketenangriffe überlebt haben“, sagt Eren. Knapp 20 Stelp-Projekte in Afrika, Asien, Europa und Südamerika sind aktuell auf der Stelp-Website beschrieben. „Wir machen uns stark für eine Welt, in der alle Menschen selbstbestimmt in Würde und Sicherheit leben“, heißt es dort.

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