Benefizveranstaltung im Kreis Esslingen Eine Gala für Tiere in Not
Eine Benefizveranstaltung brachte nicht nur viel Geld für das Tierheim Esslingen zusammen. Es gab auch ein Versprechen aus der Politik.
Eine Benefizveranstaltung brachte nicht nur viel Geld für das Tierheim Esslingen zusammen. Es gab auch ein Versprechen aus der Politik.
Die Festhalle in Denkendorf füllte sich schnell, und bald war sie bis auf den letzten Platz besetzt: Eingeladen hatte der Tierschutzverein Esslingen, und fast 360 Frauen und Männer waren gekommen, um verlorenen Tieren, die vom Tierheim Esslingen aufgefangen werden, zu helfen. Dabei gab es auch ein Jubiläum zu feiern: 70 Jahre lang setzt sich der Tierschutzverein in Esslingen schon für Tiere ein. Und „ungefähr“ 60 Jahre lang gibt es das Tierheim – hier passt es aber nicht ganz mit der runden Zahl, so der Vereinsvorsitzende David Koch: Exakt sind es nämlich 61 Jahre. Der Tierschutzverein ist Träger des Tierheims. Dort bekommen rund 200 Tiere Schutz.
Die Besucherinnen und Besucher kamen, um zu unterstützten, aber auch, um sich selber etwas Gutes zu tun: Tatjana Geßler moderierte ein buntes Programm aus Musik, Tanz, Zauberei und Comedy. Sie, wie alle anderen auf der Bühne, arbeitete an diesem Abend „für umme“, so die Fernsehmoderatorin, die sich dem Tierheim Esslingen schon seit vielen Jahren verbunden fühlt.
Außergewöhnlich an diesem Abend war die Demonstration von Gemeinsinn: Organisiert wurde die Gala nicht von Profis, deren Hauptgeschäft es ist, solche Veranstaltungen über die Bühne zu bringen, sondern von den Mitgliedern des Tierschutzvereins, der das erste Mal überhaupt eine solche Gala auf die Beine stellte und dabei auch eine ordentliche Spendensumme eintrieb: 20 000 Euro kamen an diesem Abend zusammen.
Neben Tatjana Geßler und den Künstlern gab es auch einige bekannte Gesichter im Publikum. Manuel Späth spielte 16 Jahre Handball auf hohem Bundesliganiveau und war auch Mitglied der deutschen Auswahl. Er bewies sein Herz für Tiere, indem er sein letztes Trikot, das er in der Bundesliga trug, versteigerte. Wie viele andere im Saal hat er eine persönliche Geschichte, die ihn mit dem Tierheim und den dort aufgenommenen Tieren verbindet. „Unser Kater kommt aus dem Tierheim Esslingen – das war 2011“, erinnert er sich. Wenn er mit seiner Familie in Urlaub fährt, bringt er ihn dorthin für die kurze Auszeit zurück – ins „Ferienheim“, wie er sagt. Späths Töchter sind sieben und vier Jahre alt, sind also mit dem Kater aufgewachsen, der nach wie vor munter sei. Warum er den Kater aus dem Tierheim nahm? „Weil er eine zweite Chance verdiente“, lautet die Antwort.
Eine Antwort, die an diesem Abend oft zu hören ist. Das Tierheim wiederum freut sich über jeden Haushalt, der einem fast schon verlorenen Tier ein neues Zuhause gibt. Ein zunehmendes Problem sind streunende Katzen, von denen es einige zumindest ins Tierheim schaffen, wo sie medizinisch versorgt und ernährungstechnisch aufgepäppelt werden können. Allerdings geraten die Tierheime überall in Deutschland an ihre Grenzen. „Aufgrund der hohen Inflation und der hohen Anzahl von Abgabe- und Fundtieren steuert auch das Tierheim Esslingen auf eine schwierige wirtschaftliche Zeit zu“, heißt es auf der Homepage des Tierschutzvereins. Die vielen ausgesetzten Katzen, oft nicht kastriert, werden ein zunehmendes Problem in den Kommunen. Ein Problem, das nach einer politischen Antwort ruft. Esslingens Ordnungsbürgermeister Yalcin Bayraktar kündigte eine Katzenschutzverordnung für die Stadt an – sie werde derzeit von der Verwaltung erarbeitet und dann dem Gemeinderat vorgelegt, der das letzte Wort haben wird. In einer solchen Verordnung geht es unter anderem darum, die Vermehrung frei lebender Katzen zu kontrollieren. Katzen vermehren sich schnell: Sie können zwei Mal im Jahr vier bis sechs Nachkommen haben.