Berlin Steinmeier zum zwölften Bundespräsidenten gewählt

Frank-Walter Steinmeier ist zum Bundespräsidenten gewählt worden Foto: AFP
Frank-Walter Steinmeier ist zum Bundespräsidenten gewählt worden Foto: AFP

Die Bundesversammlung hat den früheren Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten gewählt.

Berlin - Der SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier wird zwölfter Bundespräsident Deutschlands. Die Bundesversammlung wählte den 61-Jährigen am Sonntag in Berlin mit 931 von 1239 gültigen Stimmen zum Nachfolger von Joachim Gauck. Dieser hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet. Der frühere Außenminister Steinmeier, der der Kandidat von CDU/CSU und SPD war, kam damit auf eine Zustimmung von rund 75 Prozent.

Der neu gewählte Bundespräsident bedankte sich bei den Mitgliedern der Bundesversammlung für die Unterstützung. Die Zustimmung für ihn sei eine Ermutigung auf dem Weg ins höchste Staatsamt, sagte Steinmeier am Sonntag in einer Rede in der Bundesversammlung in Berlin.

Merkel gratulierte erfreut

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich hoch erfreut über die Wahl. „Ich bin überzeugt, er wird ein hervorragender Bundespräsident für unser Land sein“, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag nach der Bundesversammlung in Berlin. Es sei „ein guter Tag für die Bundesrepublik Deutschland“.

Steinmeier werde Staatsoberhaupt „in schwierigen Zeiten“ sein. „Und ich traue ihm zu, dass er unser Land durch diese schwierigen Zeiten in seiner Funktion sehr gut begleiten wird.“ Der SPD-Mann habe als Außenminister in schwierigsten Situationen immer das Fingerspitzengefühl gehabt, nach Lösungen zu suchen, lobte Merkel. Der 61-jährige Sozialdemokrat sei ein Mann, „der auf Menschen zugehen kann“. Er habe aber auch gezeigt, dass er über Parteigrenzen hinweg Kompromisse schmieden könne. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit.

Die Kandidaten der anderen Parteien blieben wie erwartet chancenlos. Die Linke hatte den Armutsforscher Christoph Butterwegge aufgestellt, die AfD ihren Bundes-Vize Albrecht Glaser und die Freien Wähler den Juristen Alexander Hold. Für die Piratenpartei trat Engelbert Sonneborn an, der Vater des Satirikers und Europaabgeordneten Martin Sonneborn.

Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte die Verdienste des am 18. März aus dem Amt scheidenden Gauck. „Das solidarische Miteinander der Bürgerinnen und Bürger lag Ihnen ganz besonders am Herzen“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich nutzte Lammert die Rede für eine eindringliche Warnung an US-Präsident Donald Trump. Wer sich sprichwörtlich einmauere, dürfe sich nicht wundern, wenn es ihm andere gleichtäten.




Unsere Empfehlung für Sie