Beschluss 23 Millionen Euro für neuen Hospitalhof

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Nach jahrelanger Diskussion ist es nun beschlossene Sache: Der Hospitalhof soll neu gebaut werden und bis Ende 2013 fertig sein.

Der Neubau ist notwendig, weil der alte Hospitalhof marode ist. Foto: Zweygarth
Der Neubau ist notwendig, weil der alte Hospitalhof marode ist. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Bei jeweils zwei Nein-Stimmen und Enthaltungen hat der evangelische Gesamtkirchengemeinderat am Freitag die Neubebauung des Hospitalhofes beschlossen. 2012 soll das Ensemble bis auf die Kirche abgerissen und bis Ende 2013 neu gebaut werden. Die Kosten werden auf gut 23 Millionen Euro geschätzt. Fünf Millionen Euro davon entfallen auf die Baulogistik und die Kosten für die Zwischenmiete. "Es ist eine Investition in die Zukunft", sagte der Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich. Mit dem Beschluss ende eine jahrelange Diskussion, in der manche Klippe habe umschifft werden müssen.

Der Neubau ist notwendig, weil der alte Hospitalhof marode ist. Er wurde 1962 errichtet und seither nur unwesentlich verändert und saniert. Die Haus- und Klimatechnik sei nicht nur veraltet, heißt es in einem Papier an den Oberkirchenrat, sondern teilweise schlicht kaputt. Es gebe jedes Jahr Wasserschäden, die Wände seien nur unzureichend gedämmt und der Brandschutz entspreche nicht mehr den geltenden Vorschriften. Jahrelang war diskutiert worden, ob es sich noch lohnt, die Gebäude zu sanieren, oder ob neu gebaut werden muss.

"Wir können uns den Neubau leisten"

Nun soll es einen Neubau geben mit fünf Veranstaltungsräumen und einem großen Saal, der Platz für 920 Besucher bietet. In den Stockwerken des Verwaltungsgebäudes werden vor allem Büros, aber auch diverse Wohnungen, etwa für den Leiter der Bildungseinrichtung, untergebracht. Neu gebaut werden muss auch die Tiefgarage, die 47 statt 39 Stellplätze haben soll.

Man könne sich den Neubau leisten, sagte der Kirchenpfleger Hermann Beck. Die Gesamtkirchengemeinde soll acht Millionen Euro aufbringen, davon kommen vier Millionen aus der eigens geschaffenen Rücklage. Der Kirchenkreis beteiligt sich mit einer Million Euro, die Landeskirche mit gut 1,9 Millionen Euro. Vom Ausgleichstock, dem landeskirchlichen Investitionsfonds, erhofft sich die Gesamtkirchengemeinde sechs Millionen Euro. Die Entscheidung fällt am Montag.

Gesprächsbedarf mit der Stadt gebe es noch bei der städtebaulichen Einbindung, sagte Beck. Eigentlich wolle man den Hospitalplatz von Bäumen frei machen, im Rathaus gebe es zurzeit die Tendenz, die Bäume in Hochbeete zu setzen. Außerdem wolle die Stadt erhebliche Gebühren für die öffentlichen Flächen, die von der Kirche während der Bauarbeiten belegt werden müssten. "Das halten wir für unangebracht", sagte Beck. Er habe aber die Hoffnung, dass der Stadtdekan dies mit dem Oberbürgermeister kläre.

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