Besinnungsweg in Oeffingen Der dritte Baum für das Kunstwerk

Mit schwerem Gerät und viel handwerklichem Einsatz wurde der Amberbaum am „Roten Haus“ auf dem Besinnungsweg eingepflanzt. Foto: Ingrid Sachsenmaier

Am „Roten Haus“ auf dem Oeffinger Besinnungsweg wurde erneut frisch gepflanzt. Nun das letzte Mal? Denn bei der Station „Rotes Haus“ wurde jetzt der dritte Baum gepflanzt.

Oeffingen - Aller guten Dinge sind drei, und auch höchstens drei – das wünscht sich Paul Rothwein, Vorsitzender des Oeffinger Fördervereins Besinnungsweg. Denn bei der Station „Rotes Haus“ wurde jetzt der dritte Baum gepflanzt. Er ist Bestandteil des Kunstwerks von Timm Ulrich. Das „Rote Haus“ ist eine rot lackierte, etwa drei Meter hohe Stahlkonstruktion. Das Häuschen hat ein Loch im Dach und eines in der Bodenplatte, damit dort Platz ist für Stamm und Erdballen eines Baumes.

 

Aus Schaden wird man dem Sprichwort nach klug

Ein lebender Laubbaum ist Teil des Kunstwerks, er soll durch diese beiden Öffnungen gut wachsen können. In den ersten Jahren ist das gut gelungen, die 2010 als erstes gepflanzte Sumpfeiche hat neun Jahre durchgehalten. Aber das der prallen Sonneneinstrahlung ausgesetzte Stahldach kann im Sommer extrem heiß werden, und diese Hitze machte dann wohl der Eiche zu schaffen.

Aus Schaden wird man dem Sprichwort nach klug, und so wurde als Ersatz eine Zerreiche nachgepflanzt. Mit großem Aufwand: Das Dach des „Roten Hauses“ wurde aufgesägt. Um das Wurzelwerk des Gewächses in die Erde zu bringen, wurde das Kunstwerk aus Stahl angehoben. Es war eine teure und aufwendige Pflanzaktion, die allerdings nicht von lang anhaltendem Glück beziehungsweise Erfolg begleitet war. Nach gut einem Jahr war auch diese Eiche vertrocknet.

Dieses Mal wurde ein Amberbaum gewählt

Da, wieder ein Sprichwort, aller guten Dinge drei sind und der Vorsitzende des Fördervereins Besinnungsweg, Paul Rothwein, ein umtriebiger Mensch ist und den Weg in Schuss hält, gibt es nun abermals einen neuen Baum am altbekannten Standort. Dieses Mal wurde ein Amberbaum gewählt.

Rothwein will auf Nummer Sicher gehen. Er hat sich den Sommer über umgehört und bei Fachleuten informiert, bevor er sich für einen Amberbaum entschieden hat. Dessen Wurzelballen und Krone sind so schlank, dass sie genau durch die Löcher im „Roten Haus“ gepasst haben. Die Pflanzaktion war also weniger spektakulär und aufwendig als die für die Zerreiche. Das Häusle konnte stehen und das Dach intakt bleiben. Intakt bleiben und prächtig gedeihen soll nun auch das neue Gewächs, das eine Baumschule aus Ludwigsburg-Poppenweiler geliefert hat.

Amberbäume bieten einen schönen Anblick

Amberbäume gedeihen am besten auf mäßig feuchten, lockeren und tiefgründigen Lehmböden. Sie wachsen – beispielsweise in Nordamerika – in Flusstälern und an feuchten Berghängen. „Amberbäume sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit und könnten vor dem Hintergrund des Klimawandels als Straßen- und Parkgehölz aber auch als Waldbaum Bedeutung erlangen“, heißt es in der Fachliteratur.

Amberbäume bieten einen schönen Anblick, auch durch ihre Blattfärbung im Herbst. Die „wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert“, sagt die Fachliteratur. Der Blattstiel ist lang, die Blattspreite, der flächige Teil des Blattes, „ahornähnlich und mehrlappig“. Dass es dem Amberbaum am „Roten Haus“ gut geht, dafür will Paul Rothwein höchstpersönlich sorgen. Schon beim Pflanzen hatte er eimerweise Wasser dabei.

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