Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz Merkel findet die richtigen Worte

  Foto: AFP/JOHN MACDOUGALL

Erstmals hat die Kanzlerin das einstige Vernichtungslager Auschwitz besucht. In ihrer Rede rief die Kanzlerin zu einem entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa auf.

Auschwitz - Der Name Auschwitz steht wie kein zweiter Begriff für die Menschheitsverbrechen, die Deutsche zwischen 1939 und 1945 im Namen Deutschlands verübt haben. Da konnte es schon verwundern, dass Kanzlerin Angela Merkel die KZ-Gedenkstätte im heutigen Polen nach 14 Jahren im Amt am Freitag zum ersten Mal besuchte. Ihr Auftritt ließ keinen Zweifel daran, wie wichtig ihr dieser Besuch persönlich war. Politisch gibt es keinen Anlass, Merkel Geschichtsvergessenheit oder gar Versöhnungsunlust vorzuwerfen. Im Gegenteil: Die Kanzlerin hat sich wiederholt zur deutschen Verantwortung für den Holocaust und den NS-Terror im besetzten Polen bekannt.

 

Immer wieder taucht in Medienberichten ein irreführender Ausdruck auf

In Auschwitz fällt das richtige Zeichen-Setzen aber deutlich schwerer. Das hat mit der Schweigen gebietenden Aura des Ortes zu tun und auch mit der Exterritorialität der Gedenkstätte. Immer wieder tauchte in Medienberichten der irreführende Ausdruck „polnisches Konzentrationslager“ auf. Die Verwendung des Begriffs ließ auf mangelnde historische Sensibilität schließen oder auf bewusste Manipulationsversuche. Das zeigt, dass Menschen im moralischen Sinn nicht nur in der Gegenwart zu bestehen haben, sondern auch im Umgang mit der Vergangenheit. Merkel hat diese Prüfung bestanden.

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